Kapitel 1
Fachkräfte gewinnen – Was sind die Herausforderungen?
Doch um eine Lösung zu finden, sollten wir erst einmal das Problem kennen. Der allgemein herrschende Fachkräftemangel bedeutet: Die Nachfrage an Arbeitskräften ist größer als das Angebot. In der Folge dauert es länger, bis eine Stelle besetzt wird. Die Angestellten haben eine höhere Belastung und der Betrieb muss Aufträge ablehnen. Das verhindert das Unternehmenswachstum.
Handwerksberufe haben die meisten unbesetzten Stellen. Eine Studie des Kompetenzzentrums für Fachkräfte (KOFA) ermittelte, dass im Jahr 2020 rund 65.000 Stellen im Handwerk nicht besetzt sind. Das sind knapp 36 Prozent der gesamten Arbeitsstellen. Woran liegt das?
- Am demografischen Wandel – Ältere Handwerker gehen in den Ruhestand und können nicht passend ersetzt werden.
- Andere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt – Handwerker wechseln öfter den Job. Oder sogar die Branche. Da sie gefragt sind, können sie sich die Stelle aussuchen.
- Schwache Handwerkskonjunktur – Von 1995 bis in die späten 2000er baute das Personal im Handwerk deutlich ab und verlor an Attraktivität. Vor allem junge Menschen mieden eine Ausbildung in diesem Beruf.