Mitarbeitergewinnung: 7 Wege im Vergleich, Kosten und Dein Plan für die ersten 30 Tage
Volle Auftragsbücher, aber kein Geselle in Sicht: Für Handwerk, Industrie und Mittelstand ist Mitarbeitergewinnung heute die Frage, die über Wachstum oder Stillstand entscheidet. Die Stellenanzeige läuft seit Monaten, die Arbeitsagentur schickt niemanden, und der Headhunter will 15.000 Euro für einen Monteur, den Du noch nie gesehen hast.
Dieser Leitfaden erklärt Dir, was Mitarbeitergewinnung bedeutet, warum sie bei Fachkräften anders funktioniert als bei Büropositionen, welche sieben Wege es gibt und was sie an Geld, Zeit und Aufwand kosten. Mit Zahlen aus öffentlich dokumentierten Fällen unserer Partnerunternehmen und einem Plan, mit dem Du in 30 Tagen zur ersten Einstellung kommst.
Stand: 22. September 2026 · Zahlen und Kosten prüfen wir jährlich im Dezember.

Kurzfassung
- Mitarbeitergewinnung heißt: Fachkräfte für Dein Unternehmen gewinnen, die in der Regel schon einen Job haben. Wer nur auf Bewerbungen wartet, erreicht sie nicht.
- Der Markt: 2025 blieben knapp 100.000 Stellen in Handwerksberufen unbesetzt, eine gemeldete Stelle im Handwerk stand im Schnitt 242 Tage offen (KOFA, Bundesagentur für Arbeit).
- 7 Wege: Empfehlung, Stellenanzeige, Arbeitsagentur, Personalvermittlung, Ausbildung, Arbeitgebermarke, Social Recruiting. Nur zwei davon liefern in 30 Tagen planbar Gespräche.
- Die Kennzahl: Kosten je Einstellung, nicht Kosten je Anzeige. In den öffentlich dokumentierten Fällen unserer Partnerunternehmen brauchte es im Schnitt 6,8 qualifizierte Bewerbungen für eine Einstellung.
- Häufigster Fehler: Rückruf nach drei Tagen. Bis dahin hat der Bewerber beim nächsten Betrieb unterschrieben.
Was ist Mitarbeitergewinnung? Definition
Mitarbeitergewinnung umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Betrieb neue Mitarbeiter für offene Stellen findet, anspricht und bis zur Unterschrift führt. Bei Fachkräften in Handwerk, Industrie, Logistik oder Pflege bedeutet das fast immer, Menschen anzusprechen, die gerade bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten und nicht aktiv suchen. Mitarbeitergewinnung endet nicht mit der Bewerbung, sondern mit dem ersten Arbeitstag und einem gut geplanten ersten Monat.
Der Begriff wird oft mit anderen Wörtern gleichgesetzt. Die Unterschiede sind für Dich wichtig, weil hinter jedem Wort eine andere Erwartung steckt:
- Recruiting ist der Prozess: Stelle beschreiben, ausschreiben, Bewerbungen sichten, Gespräche führen, auswählen. Recruiting verwaltet, was hereinkommt. Wie der Prozess im Betrieb aussieht, zeigt unser Beitrag Recruiting im Handwerk.
- Personalbeschaffung ist der Begriff aus der Personalabteilung und meint dasselbe wie Recruiting, mit Blick auf Planung, Bedarf und interne Besetzung.
- Personalmarketing ist die Werbung dafür: Anzeigen, Karriereseite, Messeauftritt. Es macht sichtbar, gewinnt aber allein niemanden.
- Employer Branding ist die langfristige Pflege Deines Rufs als Arbeitgeber. Es senkt die Kosten jeder Kampagne, ersetzt sie aber nicht. Mehr dazu in Employer Branding richtig gemacht.
- Mitarbeiterbindung beginnt, wo Mitarbeitergewinnung endet. Wer neue Leute nach vier Wochen wieder verliert, hat kein Gewinnungs-, sondern ein Bindungsproblem. Siehe Mitarbeiterbindung im Handwerk.
Mitarbeitergewinnung ist also der Oberbegriff mit dem Blick auf das Ergebnis: ein passender Mensch, der bei Dir anfängt und bleibt. In diesem Leitfaden geht es um den Teil, den die meisten Betriebe unterschätzen: die Ansprache von Fachkräften, die nicht suchen.
Warum Mitarbeitergewinnung bei Fachkräften anders funktioniert als bei Büropositionen
Die Ratgeber, die Du zu diesem Thema findest, sind fast alle für Personalabteilungen geschrieben: LinkedIn, Active Sourcing, Assessment-Center, Karrieremessen. Für einen Betrieb mit zwölf Leuten, der einen Anlagenmechaniker sucht, oder ein Produktionsunternehmen, dem drei Facharbeiter fehlen, hilft davon wenig. Vier Zahlen zeigen den Markt, in dem Du Dich bewegst; das Handwerk steht hier für den härtesten Teil, Industrie, Logistik und Pflege sehen ähnlich aus:
Der Markt in Zahlen
Was diese Zahlen für Deinen Betrieb bedeuten, lässt sich in vier Sätzen sagen.
Die Fachkraft, die Du suchst, sucht nicht. Auf 123.000 gemeldete Stellen im Handwerk kamen 2025 laut Bundesagentur für Arbeit weniger passende Arbeitslose als je zuvor. Fast jeder Geselle, den Du einstellen willst, arbeitet gerade bei einem Wettbewerber. Er liest keine Stellenanzeigen, weil er keine sucht. Er ist zufrieden genug, um zu bleiben, und unzufrieden genug, um bei einem guten Angebot zu wechseln.
Dein Radius ist 30 Kilometer, nicht Deutschland. Ein Monteur zieht für Deinen Betrieb nicht um. Deine Zielgruppe sind die Fachkräfte im Umkreis der Baustellen, die Du bedienst. Das macht die Suche kleiner, aber auch präziser: Du musst nicht viele erreichen, sondern die richtigen.
Die Bewerbung passiert am Handy, abends. Handwerker sitzen tagsüber nicht am Rechner. Wer für eine Bewerbung einen Lebenslauf als PDF verlangt, verliert die meisten Interessenten, bevor sie angefangen haben. Fünf Fragen am Smartphone und eine Telefonnummer reichen für den ersten Schritt.
Geschwindigkeit entscheidet. Wer sich meldet, hat sich meist bei zwei bis drei Betrieben gleichzeitig gemeldet. Der erste Rückruf gewinnt. Nicht der schönste Betrieb, nicht das höchste Gehalt, sondern der Chef, der am selben Abend anruft.
Warum sich die Lage so zugespitzt hat, mit Zahlen zu Demografie, Ausbildung und Nachfolge, steht in unserem Beitrag zum Fachkräftemangel im Handwerk. Hier geht es darum, was Du dagegen tun kannst.
Die 7 Wege der Mitarbeitergewinnung
Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Es gibt sieben, die sich in Reichweite, Kosten, Dauer und Aufwand unterscheiden. Für jeden Weg findest Du hier, für wen er passt, was er kostet, wie lange er dauert und welchen Fehler die meisten Betriebe dabei machen.
1. Mitarbeiterempfehlung
- Reichweite
- Bekanntenkreis Deines Teams
- Kosten
- Prämie, meist 500 bis 1.500 €
- Dauer
- Tage bis Wochen
- Aufwand
- gering
Der älteste Weg und immer noch einer der besten. Deine Gesellen kennen andere Gesellen: vom Bau, aus der Berufsschule, vom Verein. Eine Empfehlung bringt Menschen, die wissen, wie es bei Dir zugeht, und die jemand im Team bereits für gut hält. Die Einarbeitung ist kürzer, die Bindung höher.
Damit Empfehlungen zuverlässig kommen, brauchst Du ein einfaches Programm: eine Prämie, die sich lohnt, in zwei Raten (bei Einstellung, nach der Probezeit), und die Frage in jeder Teambesprechung: „Kennt jemand jemanden?“ Die Grenze liegt in der Reichweite. Bei einem Team von acht Leuten ist der Bekanntenkreis nach zwei Jahren ausgeschöpft.
2. Stellenanzeige und Jobportale
- Reichweite
- aktiv Suchende
- Kosten
- 199 bis 2.399 € je Anzeige
- Dauer
- Wochen bis Monate
- Aufwand
- mittel
Indeed, StepStone, die Jobbörse der Arbeitsagentur, die regionale Zeitung: Die Stellenanzeige erreicht die Menschen, die gerade aktiv suchen. Das ist im Handwerk der kleinste Teil der Zielgruppe. Die Anzeige läuft, Du zahlst für die Laufzeit, nicht für das Ergebnis, und wartest.
Abschalten musst Du Anzeigen deshalb nicht. Für Wiedereinsteiger, Zugezogene und Menschen, deren Betrieb schließt, bleiben sie ein Kanal. Nur erwarte nicht, dass eine Anzeige Dir den Anlagenmechaniker liefert, der zufrieden beim Wettbewerber arbeitet. Wie eine Anzeige aussehen muss, die auch auf dem Handy funktioniert, zeigt unser Leitfaden zum Schreiben von Stellenanzeigen.
3. Arbeitsagentur und Jobcenter
- Reichweite
- gemeldete Arbeitslose
- Kosten
- keine
- Dauer
- Wochen bis Monate
- Aufwand
- gering bis mittel
Kostenlos, und für viele Betriebe der erste Weg. Der Arbeitgeberservice der Agentur schlägt Dir Menschen vor, die arbeitslos gemeldet sind. Das Problem steckt in der Zahl: In 59 von 115 Handwerksberufen gibt es laut KOFA mehr offene Stellen als passende Arbeitslose. Für Elektroniker, Anlagenmechaniker oder Dachdecker hat die Agentur oft schlicht niemanden.
Wo die Agentur hilft: bei Quereinsteigern mit Förderung (Eingliederungszuschuss, Weiterbildung), bei Helferstellen und bei der Ausbildung. Melde die Stelle trotzdem, es kostet nichts, und die Jobbörse der Agentur ist eines der meistgenutzten Portale.
4. Personalvermittlung und Headhunter
- Reichweite
- Netzwerk des Vermittlers
- Kosten
- ein Fünftel bis ein Drittel des Jahresgehalts
- Dauer
- Wochen bis Monate
- Aufwand
- gering
Ein Vermittler sucht für Dich und bekommt bei Einstellung ein Honorar. Bei einem Jahresgehalt von 48.000 Euro sind das schnell 10.000 bis 15.000 Euro für eine einzige Einstellung. Headhunter arbeiten meist mit Direktansprache auf LinkedIn und Xing. Dort haben Bauleiter und Meister ein Profil, Gesellen und Monteure fast nie.
Für Führungs- und Büropositionen kann sich der Weg rechnen. Für Gesellen ist er der teuerste von allen, und die Kandidaten kommen oft aus demselben Pool, den Du mit einer eigenen Kampagne selbst erreichen könntest. Was Betriebe damit erlebt haben, steht in Headhunter im Handwerk und Personalvermittlung im Handwerk.
5. Ausbildung und Übernahme
- Reichweite
- Schulabgänger in der Region
- Kosten
- Ausbildungsvergütung, Zeit der Ausbilder
- Dauer
- 3 bis 3,5 Jahre
- Aufwand
- hoch, dauerhaft
Der einzige Weg, der Fachkräfte schafft, statt sie nur zu verteilen. Wer heute ausbildet, hat in drei Jahren einen Gesellen, der den Betrieb kennt. Der Haken ist die Zeit: Für die Stelle, die jetzt offen ist, hilft Ausbildung nicht. Und die Plätze bleiben leer: Im September 2025 waren laut Bundesagentur 17 Prozent der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen im Handwerk unbesetzt.
Ausbildung ist damit kein Ersatz für die Gewinnung von Fachkräften, sondern die zweite Schiene daneben. Wie Du Azubis erreichst, die noch gar nicht wissen, dass sie ins Handwerk wollen, zeigt Azubis finden im Handwerk.
6. Arbeitgebermarke, Karriereseite und Bewertungen
- Reichweite
- alle, die Deinen Betrieb prüfen
- Kosten
- Zeit, einmalig Website
- Dauer
- Monate bis Jahre
- Aufwand
- mittel, dauerhaft
Jeder Interessent, egal auf welchem Weg er kommt, tut vor der Bewerbung dasselbe: Er googelt Deinen Betrieb, schaut auf die Website, liest Bewertungen bei Google und kununu, fragt einen Bekannten. Was er dort findet, entscheidet, ob er sich meldet. Eine Karriereseite mit echten Fotos, klaren Aussagen zu Gehalt, Arbeitszeit und Team und drei ehrlichen Mitarbeiterstimmen verdoppelt die Wirkung jeder Anzeige.
Die Arbeitgebermarke gewinnt allein niemanden. Sie sorgt dafür, dass die anderen sechs Wege funktionieren. Was Fachkräfte an einem Betrieb wirklich prüfen, steht in Arbeitgeberattraktivität im Handwerk, welche Zusatzleistungen ziehen, in Mitarbeiter-Benefits im Handwerk.
7. Social Recruiting
- Reichweite
- alle passenden Fachkräfte im Umkreis
- Kosten
- ab 600 € Werbebudget je Stelle und Monat
- Dauer
- erste Bewerbung 3 bis 10 Tage
- Aufwand
- mittel, oder abgegeben
Der einzige Weg, der die Fachkraft erreicht, die nicht sucht. Eine bezahlte Anzeige mit einem kurzen Video aus Deinem Betrieb erscheint abends im Feed von Facebook, Instagram oder TikTok, nur bei Menschen mit passendem Beruf im Umkreis Deiner Baustellen. Ein Klick führt auf eine mobile Seite mit fünf bis sieben Fragen. Am Ende steht eine Telefonnummer und ein Zeitfenster für den Rückruf. Kein Lebenslauf, kein Anschreiben, unter 60 Sekunden.
In unseren Kampagnen kommt die erste Bewerbung meist 3 bis 10 Tage nach dem Start, die erste Einstellung in Woche 3 oder 4. Das Werbebudget geht an Meta, dazu kommt Deine Zeit für Video, Funnel und Rückrufe, oder eine Agentur, die das übernimmt. Wie Du eine Kampagne selbst aufsetzt, steht Schritt für Schritt in unserem Leitfaden zum Social Recruiting.
Die 7 Wege im Vergleich: Reichweite, Kosten, Dauer, Aufwand
Die Tabelle fasst zusammen, was Du oben gelesen hast. Die Spalte, auf die es ankommt, ist die letzte: Für welche Stelle passt der Weg?
| Weg | Wen Du erreichst | Kosten | Bis zur ersten Bewerbung | Aufwand im Betrieb | Passt für |
|---|---|---|---|---|---|
| Mitarbeiterempfehlung | Bekanntenkreis des Teams | 500 bis 1.500 € Prämie je Einstellung | Tage bis Wochen | gering | jede Stelle, begrenzte Stückzahl |
| Stellenanzeige, Jobportale | aktiv Suchende | 199 bis 2.399 € je Anzeige, unabhängig vom Ergebnis | Wochen, oft ohne | mittel | Wiedereinsteiger, Zugezogene |
| Arbeitsagentur | gemeldete Arbeitslose | keine | Wochen bis Monate | gering bis mittel | Helfer, Quereinsteiger mit Förderung, Azubis |
| Personalvermittlung, Headhunter | Netzwerk des Vermittlers, LinkedIn | ein Fünftel bis ein Drittel des Jahresgehalts je Einstellung | Wochen bis Monate | gering | Meister, Bauleiter, Büro |
| Ausbildung | Schulabgänger | Vergütung, Zeit der Ausbilder | 3 bis 3,5 Jahre bis zur Fachkraft | hoch, dauerhaft | Nachwuchs, zweite Schiene |
| Arbeitgebermarke | alle, die Dich prüfen | Zeit, einmalig Website | wirkt indirekt | mittel, dauerhaft | Grundlage für alle anderen Wege |
| Social Recruiting | alle passenden Fachkräfte im Umkreis, auch ohne Jobsuche | ab 600 € Werbebudget je Stelle und Monat, plus Zeit oder Agentur | 3 bis 10 Tage | mittel oder abgegeben | Gesellen, Monteure, Facharbeiter, Servicetechniker |
Die Empfehlung aus der Tabelle: Empfehlungsprogramm und Arbeitgebermarke laufen immer mit, sie kosten wenig und tragen alles andere. Für die offene Gesellenstelle führt heute nur ein Weg planbar in 30 Tagen zum Gespräch: Social Recruiting. Anzeigen und Agentur bleiben als Ergänzung, Ausbildung als zweite Schiene.
Was unsere öffentlich dokumentierten Fälle über Mitarbeitergewinnung zeigen
Wir haben die Ergebnisse unserer Partnerunternehmen ausgewertet, die mit Bewerbungen und Einstellungen öffentlich unter Ergebnisse dokumentiert sind (Stand 22. September 2026): Kampagnen aus Handwerk, Bau, Industrie, Logistik, Pflege und Landwirtschaft.
Aus unseren Kampagnen
Drei Dinge lassen sich daraus lernen.
Sieben Bewerbungen reichen. Betriebe messen Recruiting oft an der Zahl der Bewerbungen. Die Zahl, die zählt, ist die Einstellung. Im Schnitt führte in unseren Fällen jede siebte qualifizierte Bewerbung zur Unterschrift. Wer 20 Bewerbungen bekommt und keinen einstellt, hat kein Reichweiten-, sondern ein Auswahl- oder Geschwindigkeitsproblem.
Kleine Betriebe gewinnen genauso. Enders Heizung Sanitär stellte aus 20 Bewerbungen 3 Monteure für Neubau und Sanierung ein, ELKO Vertriebs GmbH aus 14 Bewerbungen 3 Elektroniker, Gebr. Silbe aus 20 Bewerbungen 5 Facharbeiter im Tief- und Straßenbau. Die Matthias Keren GmbH brauchte für 7 Landschaftsgärtner nur 10 Bewerbungen.
Es geht schnell, wenn der Betrieb mitzieht. Der Malerbetrieb Braun hatte nach zwei Wochen 15 Bewerbungen und drei Einstellungen. Lohmann Maschinenbau führte aus 40 Bewerbungen 15 Gespräche und stellte in drei Wochen zwei Fachkräfte ein. In beiden Fällen lag die Geschwindigkeit nicht an der Kampagne, sondern daran, dass der Chef Gespräche noch in derselben Woche führte.
Was kostet Mitarbeitergewinnung?
Die ehrliche Antwort hat zwei Seiten: was die Suche kostet, und was die offene Stelle kostet, solange Du suchst. Die zweite Zahl ist fast immer die größere, und fast niemand rechnet sie aus.
Was die offene Stelle kostet
Eine Beispielrechnung für einen Monteur im SHK-Betrieb. Die Zahlen setzt Du für Deinen Betrieb selbst ein:
- Verrechenbare Stunden je Woche: 35
- Stundenverrechnungssatz: 65 Euro
- Entgangener Umsatz je Woche: 35 × 65 = 2.275 Euro
- Bei 242 Tagen Vakanzzeit, dem Durchschnitt im Handwerk 2025, also rund 35 Wochen: über 79.000 Euro Umsatz, den Du nicht machen kannst
Dazu kommen die Kosten, die nicht in der Rechnung stehen: Aufträge, die Du ablehnst, Überstunden im Team, Kündigungen, weil die Last zu hoch wird. Gemessen daran ist fast jeder Weg günstig, der in wenigen Wochen zu einer Einstellung führt. Für Deine Zahlen: Der Vakanzkosten-Rechner auf unserer Startseite rechnet mit Deinen Werten.
Was die Suche kostet
Die Spannen aus der Tabelle oben, umgerechnet auf die einzige Kennzahl, die vergleichbar ist: Kosten je Einstellung.
- Empfehlung: 500 bis 1.500 Euro je Einstellung. Der günstigste Weg, wenn er trägt.
- Stellenanzeige: Eine Anzeige für 800 Euro, die in drei Monaten eine Einstellung bringt, kostet 800 Euro je Einstellung. Dieselbe Anzeige ohne Einstellung kostet 800 Euro für nichts. Im Handwerk ist der zweite Fall häufiger.
- Social Recruiting selbst gemacht: 600 bis 1.500 Euro Werbebudget je Stelle und Monat, dazu 3 bis 5 Stunden Arbeitszeit je Woche für Video, Funnel und Rückrufe. Bei einer Einstellung im ersten Monat also 1.000 bis 2.500 Euro plus Deine Zeit.
- Social Recruiting mit Agentur: Pauschale je Stelle oder Einstellung plus Werbebudget. Entscheidend ist, was enthalten ist: Vorqualifizierung am Telefon, Terminvereinbarung, Garantie. Wie wir unseren Festpreis berechnen, steht unter Candidate Flow Kosten.
- Vermittler und Headhunter: 10.000 bis 15.000 Euro je Einstellung bei üblichen Gesellengehältern. Die höchsten Kosten je Einstellung, oft ohne Garantie für die Probezeit.
Welche Kennzahlen Du außerdem im Blick behalten solltest, von Kosten je Bewerbung bis zur Zeit bis zum Gespräch, steht in Recruiting-Kennzahlen für Handwerksbetriebe.
5 Fehler, die Betriebe bei der Mitarbeitergewinnung Bewerber kosten
Die Kampagne kann noch so gut sein: Diese fünf Fehler entscheiden, ob aus Bewerbungen Einstellungen werden. Wir sehen sie in fast jedem Betrieb, der zu uns kommt.
- Rückruf nach drei Tagen. Der Interessent hat sich abends gemeldet, weil er gerade Zeit und Lust hatte. Nach 24 Stunden ist die Lust weg, nach drei Tagen hat er beim nächsten Betrieb unterschrieben. Wer nicht am selben oder nächsten Tag anruft, braucht keine Kampagne.
- Lebenslauf verlangen. Ein Geselle hat keinen aktuellen Lebenslauf und will am Handy keinen schreiben. Fünf Fragen und eine Telefonnummer reichen für das erste Gespräch. Zeugnisse holst Du später.
- Anforderungen statt Angebot. „Sie bringen mit: abgeschlossene Ausbildung, Führerschein, Teamfähigkeit.“ Das steht in jeder Anzeige. Der Wechselwillige will wissen, was bei Dir anders ist: Gehalt, Arbeitszeit, Baustellen in der Nähe, Firmenwagen, kein Wochenende.
- Ein Kanal, eine Woche, dann Schluss. Mitarbeitergewinnung ist kein Projekt für eine Woche im Februar. Der Betrieb, der dauerhaft sichtbar ist und ein Empfehlungsprogramm pflegt, hat im Ernstfall eine Liste. Der andere fängt bei null an.
- Nach der Unterschrift aufhören. Der neue Mitarbeiter steht am ersten Tag ohne Werkzeug, ohne Ansprechpartner, ohne Plan da. In der Probezeit kündigt er. Die Gewinnung war teuer, die Bindung hätte einen Vormittag gekostet.
Dein Plan für die ersten 30 Tage
Wenn Du eine Stelle jetzt besetzen musst, ist das die Reihenfolge, die in unseren Kampagnen funktioniert. Sie gilt, ob Du selbst machst oder abgibst.
Nach 30 Tagen prüfst Du vier Zahlen: Bewerbungen, Gespräche, Einstellungen, Tage bis zum ersten Gespräch. Liegen sie weit von den Werten aus unseren Fällen entfernt, stimmt meist das Angebot oder das Video, selten der Kanal.
Fazit
Mitarbeitergewinnung heißt heute, Fachkräfte zu erreichen, die nicht suchen, und schneller zu sein als der Betrieb nebenan. Von sieben Wegen tragen zwei dauerhaft (Empfehlung, Arbeitgebermarke), einer schafft Nachwuchs (Ausbildung), und einer führt planbar in 30 Tagen zum Gespräch (Social Recruiting). Die Kennzahl ist nicht die Zahl der Bewerbungen, sondern Kosten und Tage je Einstellung. Und die größte Stellschraube liegt nicht in der Anzeige, sondern im Rückruf innerhalb von 24 Stunden.
Selbst machen oder abgeben?
Alles in diesem Leitfaden kannst Du selbst umsetzen. Es kostet Dich 3 bis 5 Stunden je Woche, ein Werbebudget und die Bereitschaft, jeden Abend zurückzurufen. Wenn Du diese Zeit hast, fang mit dem 30-Tage-Plan an.
Wenn nicht: Mit dem Candidate Flow® System übernehmen wir Kampagne, Funnel, Vorqualifizierung am Telefon und Terminvereinbarung. Du führst nur das Vorstellungsgespräch. Dazu bekommst Du eine schriftliche Einstellungs- und Probezeitgarantie zu einem festen Preis, ohne Provision, nach ISO 9001 zertifizierten Prozessen. Ablauf, Wege im Vergleich und Garantiebedingungen stehen auf der Seite Mitarbeiter finden. Ob das für Deine Stelle und Region passt, klärt der Kurzcheck in 60 Sekunden.
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Quellen
- Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), IW Köln: KOFA Kompakt 07/2026, Fachkräftesicherung im Handwerk, 28. Juli 2026: knapp 100.000 rechnerisch nicht besetzbare Stellen 2025, 59 von 115 Handwerksberufen mit Engpass.
- Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse und Bericht „Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk“, August 2026: Vakanzzeit 242 Tage (Handwerk) gegenüber 167 Tagen (alle Berufe), 123.000 gemeldete Stellen im Jahresdurchschnitt 2025, 39 von 84 Engpassberufen, 17 Prozent unbesetzte Ausbildungsstellen im September 2025.
- Bitkom Research: Über die Hälfte des deutschen Handwerks nutzt Social Media, 23. Oktober 2025, 504 befragte Handwerksbetriebe.
- Zentralverband des Deutschen Handwerks: Fachkräftesicherung: Schätzung von 250.000 fehlenden Fachkräften und 125.000 anstehenden Betriebsnachfolgen.
- Eigene Auswertung: öffentlich dokumentierte Fälle von Partnerunternehmen der Candidate Flow® GmbH mit Bewerbungen und Einstellungen, Stand 22. September 2026, unter Ergebnisse; Kosten für Stellenanzeigen und Social Recruiting aus unserem Leitfaden zum Social Recruiting.

Über den Autor
Gian-Marco BlumGeschäftsführerGian-Marco Blum ist Geschäftsführer der Candidate Flow® GmbH in Düsseldorf. Im Blog schreibt er über Recruiting und Fachkräftegewinnung: Social Recruiting, Arbeitgebermarke, Bewerbungsprozesse und das, was sich aus über 5.000 Partnerunternehmen gelernt hat.


