Besetzbarkeit: So prüfst Du, ob Deine Stelle besetzbar ist – mit Daten der Arbeitsagentur
Die Stelle ist seit Monaten ausgeschrieben, die Anzeige läuft, aber es melden sich nicht die Richtigen. Bevor Du mehr Geld in Anzeigen steckst, lohnt sich eine andere Frage: Ist die Stelle zu Deinen Bedingungen in Deiner Region überhaupt besetzbar? Die Besetzbarkeit einer Stelle lässt sich vorher einschätzen, mit öffentlichen Daten der Bundesagentur für Arbeit und ehrlichen Antworten zu Gehalt, Anforderungen und Suchradius.
Dieser Ratgeber erklärt, was Besetzbarkeit bedeutet, welche sieben Faktoren sie bestimmen und wie Du sie in fünf Schritten selbst prüfst. Dazu amtliche Werte zu Vakanzzeit, Arbeitsuchenden je Stelle und Mediangehalt für 13 Berufe, eine Tabelle mit Signalen und die Hebel für Stellen, die schwer zu besetzen sind.
Stand: 3. Oktober 2026 · Arbeitsmarktdaten: Engpassanalyse 2025 und Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025) der Bundesagentur für Arbeit; wir prüfen sie jährlich.

Kurzfassung
- Besetzbarkeit beantwortet die Frage, ob eine offene Stelle in einer Region zu den gebotenen Bedingungen mit einer Fachkraft besetzt werden kann. Sie ist eine Eigenschaft der Stelle samt Angebot, nicht des Berufs allein.
- Sieben Faktoren entscheiden: Region und Suchradius, Gehalt im Marktvergleich, Anforderungen, Arbeitszeit, Arbeitgeberauftritt, Zahl der passenden Kandidaten im Umkreis und Konkurrenz um dieselben Fachkräfte.
- Selbst einschätzen kannst Du sie in fünf Schritten mit kostenlosen Daten der Bundesagentur für Arbeit: Engpass-Einstufung, Vakanzzeit, Arbeitsuchende je gemeldeter Stelle und Mediangehalt aus dem Entgeltatlas.
- Schwer besetzbar heißt meist: Die passenden Fachkräfte arbeiten bereits woanders. Dann helfen ein marktgerechtes Gehalt, schlankere Anforderungen, ein größerer Radius und die direkte Ansprache von Menschen, die nicht aktiv suchen.
- Die Besetzbarkeitsprüfung von Candidate Flow® gleicht Position, Region, Suchradius und Bedarf mit über 210.000 Kandidaten im Candidate Flow® Kandidatenpool ab. Was als besetzbar gilt, wird schriftlich zugesichert.
Was ist Besetzbarkeit? Definition
Besetzbarkeit ist die Antwort auf die Frage, ob eine offene Stelle in einer Region zu den gebotenen Bedingungen mit einer Fachkraft besetzt werden kann.
Bewertet wird die konkrete Stelle: Beruf und Anforderungsniveau, Standort und Suchradius, Gehalt, Arbeitszeit und das, was das Unternehmen sonst bietet. Dieselbe Position kann in einer Region gut besetzbar sein und 50 Kilometer weiter kaum, mit 300 Euro mehr im Monat leicht und ohne sie über Monate nicht.
Besetzbarkeit ist damit enger als die Statistik und breiter als die Stellenanzeige. Mehrere Begriffe liegen nah beieinander und werden oft verwechselt:
- Engpassberuf ist eine Einstufung der Bundesagentur für Arbeit für einen ganzen Beruf auf einem Anforderungsniveau, bundesweit oder je Bundesland. Ein Engpassberuf sagt, dass es schwer ist, sagt aber nichts über Deine Stelle mit Deinem Gehalt in Deinem Landkreis.
- Vakanzzeit misst laut Bundesagentur für Arbeit die Tage zwischen dem gewünschten Besetzungstermin und der Abmeldung einer gemeldeten Stelle. Sie zeigt, wie lange Stellen in einem Beruf im Mittel offen bleiben, und ist einer der Indikatoren der Engpassanalyse.
- Fachkräftemangel beschreibt die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt. Wie er sich auf kleine und mittlere Unternehmen verteilt, steht im Leitfaden Fachkräfte finden im Mittelstand.
- Besetzbarkeitsprüfung ist die Einschätzung der Besetzbarkeit vor dem Start einer Suche. Du kannst sie grob selbst machen (Abschnitt Besetzbarkeit selbst einschätzen) oder von einem Dienstleister prüfen lassen, der eigene Daten zu Kandidaten in Deiner Region hat.
Die Frage klingt theoretisch, hat aber eine sehr praktische Folge. Wer vor der Suche weiß, dass das Gehalt 400 Euro unter dem Markt liegt oder der Radius zu klein ist, passt das Angebot an, bevor er drei Monate Anzeigen bezahlt. Wer es nicht weiß, wiederholt die Anzeige und wundert sich.
Warum Unternehmen die Besetzbarkeit vor der Suche prüfen sollten
Die Personalnachfrage ist mit der Konjunktur gesunken, die Suche nach Fachkräften mit Berufsausbildung bleibt schwer. Vier Zahlen zeigen, warum eine offene Stelle heute selten von allein besetzt wird.
Stellenbesetzung in Zahlen
Mehr Bewerbungen bedeuten keine Besetzung. Laut IAB-Stellenerhebung stieg die Zahl der Bewerbungen je Stelle von 9 im Jahr 2022 auf 16 im Jahr 2025, grundsätzlich geeignet waren davon aus Sicht der Unternehmen im Schnitt nur vier. Wer seine Besetzbarkeit nur an der Zahl der Bewerbungen misst, misst das Falsche.
Mehr Arbeitslose bedeuten keine passenden Kandidaten. Laut KOFA gab es 2025 erstmals seit der Pandemie mehr qualifizierte Arbeitslose als offene Stellen, trotzdem blieb jede dritte offene Stelle für qualifizierte Arbeitskräfte rechnerisch unbesetzt. Beruf, Qualifikation und Region passen selten zusammen.
Jeder Monat ohne Besetzung kostet. Eine offene Stelle bedeutet abgelehnte Aufträge, Überstunden im Team und am Ende Kündigungen derer, die die Arbeit mittragen. Eine Besetzbarkeitsprüfung kostet eine Stunde Recherche oder 60 Sekunden im Kurzcheck. Sie verhindert, dass Du Monate mit einem Angebot verlierst, das am Markt nicht besteht.
Die 7 Faktoren der Besetzbarkeit
Ob eine Stelle besetzbar ist, entscheidet sich an sieben Stellschrauben. Einige liegen außerhalb Deiner Kontrolle, die meisten kannst Du beeinflussen.
1. Region und Suchradius
Gewerbliche und technische Fachkräfte wechseln selten für eine Stelle, die eine Stunde Fahrt entfernt liegt. Schichtarbeit, Bereitschaft und Familie machen den Arbeitsweg zum wichtigsten Kriterium. Der realistische Suchradius ergibt sich deshalb aus der Pendelzeit, nicht aus Kilometern: 30 Minuten im Ballungsraum sind etwas anderes als 30 Minuten auf dem Land. Ein Unternehmen mit Firmenwagen, Montage-Einsätzen oder wechselnden Baustellen kann weiter suchen als ein Werk mit festem Arbeitsplatz.
2. Gehalt im Marktvergleich
Das Gehalt ist der Faktor, den Kandidaten zuerst vergleichen. Maßstab ist der Median im Beruf, also der Wert, den die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten übertrifft. Liegt Dein Angebot darunter, konkurrierst Du mit der Hälfte des Marktes, die mehr zahlt. Den Median und die Spanne der mittleren Hälfte zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, auch nach Bundesland und Kreis. Leistungen wie Firmenwagen, Zulagen oder betriebliche Altersvorsorge zählen mit, wenn Du sie konkret benennst. Welche Zusatzleistungen wirken, steht im Beitrag zu Mitarbeiter-Benefits.
3. Anforderungen und Abschluss
Jede Anforderung verkleinert den Kreis der möglichen Kandidaten. Abschluss, Jahre Berufserfahrung, Führerscheinklasse, Zusatzqualifikation, Sprachniveau: Einzeln wirkt jede Bedingung vernünftig, zusammen bleibt oft eine Handvoll Menschen im Umkreis übrig. Prüfe, was am ersten Tag wirklich nötig ist und was Du in der Einarbeitung vermitteln kannst. Ein Elektroniker aus der Industrie kann Gebäudetechnik lernen, ein KFZ-Mechatroniker Nutzfahrzeuge.
4. Arbeitszeit und Schicht
Drei Schichten, Wochenenden, Bereitschaft oder Fernverkehr senken die Besetzbarkeit spürbar, feste Touren, planbare Dienste oder eine Vier-Tage-Woche erhöhen sie. Die Frage ist nicht, ob Schichtarbeit zumutbar ist, sondern was Du dafür bietest: Zulagen, verlässliche Dienstpläne, Wunschfrei. Wer Arbeitszeit und Schichtmodell in der Anzeige verschweigt, verliert die Kandidaten, für die genau das entscheidet.
5. Arbeitgeberauftritt
Wer sich für eine Stelle interessiert, sieht sich zuerst die Karriereseite, die Bewertungen und das Unternehmen in den sozialen Medien an. Fehlen echte Fotos, Ansprechpartner und Angaben zu Gehalt und Arbeitszeit, bricht ein Teil der Interessenten ab, bevor er sich meldet. Ein guter Auftritt macht eine schwer besetzbare Stelle nicht leicht, ein schlechter macht eine machbare Stelle schwer. Wie Du ihn aufbaust, erklärt der Beitrag zum Employer Branding.
6. Zahl der passenden Kandidaten im Umkreis
Am Ende zählt, wie viele Menschen im Suchradius den Beruf ausüben und zu einem Wechsel bereit wären. Diese Zahl steht in keiner amtlichen Statistik. Die Bundesagentur für Arbeit zählt Arbeitsuchende und gemeldete Stellen, aber die meisten Fachkräfte arbeiten und suchen nicht aktiv. Sie tauchen in der Arbeitsuchenden-Statistik nicht auf, sind aber für ein besseres Angebot erreichbar. Wer Zugriff auf Daten zu solchen Kandidaten hat, etwa aus früheren Kampagnen in derselben Region, kann diesen Faktor am genauesten einschätzen.
7. Konkurrenz um dieselben Fachkräfte
Ein Elektroniker für Betriebstechnik wird vom Maschinenbauer, vom Stadtwerk, vom Gebäudetechnik-Dienstleister und vom Elektrobetrieb gleichzeitig gesucht. Je mehr Unternehmen im Umkreis dieselbe Qualifikation suchen und je besser sie zahlen, desto schwerer wird die Besetzung. Hinweise geben Stellenportale (Wie viele Anzeigen gibt es im Umkreis?) und die Gehaltsentwicklung im Beruf: Steigen die Entgelte schneller als im Schnitt, wird um die Fachkräfte geboten.
Besetzbarkeit selbst einschätzen: in 5 Schritten mit Daten der Arbeitsagentur
Für eine erste Einschätzung brauchst Du keine Software. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht alle nötigen Werte kostenlos: die Fachkräfteengpassanalyse mit Einstufung, Vakanzzeit und Arbeitsuchenden-Stellen-Relation je Beruf und den Entgeltatlas mit Mediangehältern. Plane für die fünf Schritte rund eine Stunde ein.
1. Beruf und Anforderungsniveau zuordnen
Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ordnet jede Stelle einem Beruf nach der Klassifikation der Berufe (KldB 2010) und einem von vier Anforderungsniveaus zu: Helfer, Fachkraft (mindestens zweijährige Berufsausbildung), Spezialist (Meister, Techniker, Bachelor) und Experte (Master, Diplom). Ein Anlagenmechaniker SHK steht dort als „Berufe Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik“ auf Fachkraftniveau, ein SHK-Meister auf Spezialistenniveau. Ordne Deine Stelle so genau wie möglich zu, sonst vergleichst Du mit dem falschen Markt.
2. Engpass-Einstufung und Vakanzzeit nachsehen
In der interaktiven Engpassanalyse findest Du für Deinen Beruf die Einstufung (Engpassberuf, unter Beobachtung, kein Engpassberuf) und die Vakanzzeit in Tagen. Zum Vergleich: Über alle Berufe blieb eine gemeldete Stelle 2025 im Durchschnitt 167 Tage offen. Die Bundesagentur bewertet einzelne Berufe aber nach dem Median, der von wenigen sehr langen Suchen nicht verzerrt wird; in ihrem Engpass-Raster gilt ein Median ab 80 Tagen als höchste Stufe. In der Tabelle unten reichen die Medianwerte von 54 Tagen bei Haus- und Objekttechnikern bis 168 Tagen bei Physiotherapeuten. Eine lange Vakanzzeit heißt: Unternehmen mit ähnlichem Angebot haben lange gesucht. Plane mindestens so viel Zeit ein oder ändere das Angebot.
3. Arbeitsuchende je gemeldeter Stelle lesen
Die Arbeitsuchenden-Stellen-Relation zeigt, wie viele Arbeitsuchende im Beruf auf eine gemeldete Stelle kommen. Bei Mechatronikern für Kältetechnik waren es 2025 laut Engpassanalyse 0,5, also weniger als eine Person je Stelle. Bei Fachkräften für Lagerlogistik waren es 6,1. Liegt der Wert um 1 oder darunter, wirst Du die Stelle kaum aus dem Kreis der Arbeitsuchenden besetzen. Dann musst Du Fachkräfte erreichen, die heute bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten.
4. Gehalt mit dem Entgeltatlas vergleichen
Im Entgeltatlas wählst Du den Beruf und siehst den Median des Bruttomonatsentgelts für Vollzeitbeschäftigte sowie das untere und obere Quartil. Filtere nach Bundesland oder Kreis, denn die Unterschiede zwischen Regionen sind groß. Liegt Dein Angebot unter dem unteren Quartil, verdienen drei Viertel der Vergleichsgruppe mehr als Du bietest. Liegt es am Median oder darüber, ist das Gehalt kein Hindernis mehr, und die anderen Faktoren entscheiden.
5. Radius, Anforderungen und Konkurrenz ehrlich prüfen
Die amtlichen Werte gelten für Deutschland oder ein Bundesland. Für Deine Stelle kommen die lokalen Faktoren dazu: Wie viele Menschen mit diesem Beruf leben in 30 bis 45 Minuten Fahrzeit? Welche Anforderungen sind wirklich nötig? Wer sucht im Umkreis dasselbe, und was bietet er? Ein Blick in die großen Stellenportale für den eigenen Umkreis zeigt die Konkurrenz und deren Angebote in wenigen Minuten. Fasse das Ergebnis in einem Satz zusammen: gut, schwer oder kaum besetzbar, und warum.
Beispielwerte: 13 Berufe im Vergleich
Die Tabelle zeigt die amtlichen Werte für Deutschland, sortiert nach Arbeitsuchenden je gemeldeter Stelle. Vakanzzeit, Einstufung und Arbeitsuchende stammen aus der Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit (Jahresdurchschnitt 2025), das Mediangehalt aus dem Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025, Vollzeit, brutto im Monat). Alle Berufe auf Fachkraftniveau, Physiotherapeuten auf Spezialistenniveau.
| Beruf | Einstufung | Vakanzzeit (Median) | Arbeitsuchende je Stelle | Mediangehalt |
|---|---|---|---|---|
| Mechatroniker für Kältetechnik (Kälte und Klima) | Engpassberuf | 141 Tage | 0,5 | 4.264 € |
| Tiefbaufacharbeiter (Tiefbau) | Engpassberuf | 78 Tage | 0,6 | 4.046 € |
| Physiotherapeuten (Physiotherapie) | Engpassberuf | 168 Tage | 0,8 | 3.452 € |
| Mechatroniker (Maschinen- und Anlagenbau) | Engpassberuf | 118 Tage | 0,9 | 4.105 € |
| Elektroniker, Bauelektrik (Elektro) | Engpassberuf | 109 Tage | 1,0 | 3.935 € |
| Anlagenmechaniker SHK (SHK) | Engpassberuf | 120 Tage | 1,1 | 3.884 € |
| Pflegefachkräfte (Pflege) | Engpassberuf | 85 Tage | 1,3 | 4.587 € |
| KFZ-Mechatroniker (KFZ) | Engpassberuf | 118 Tage | 1,6 | 3.755 € |
| Berufskraftfahrer C/CE (Logistik) | Engpassberuf | 91 Tage | 2,9 | 3.196 € |
| Industriemechaniker (Industrie) | unter Beobachtung | 97 Tage | 3,4 | 4.573 € |
| Fachkräfte für Lagerlogistik (Logistik) | kein Engpassberuf | 65 Tage | 6,1 | 3.382 € |
| Maschinen- und Anlagenführer (Lebensmittelindustrie) | kein Engpassberuf | 80 Tage | 7,9 | 4.079 € |
| Haus- und Objekttechniker (Facility Management) | kein Engpassberuf | 54 Tage | 24,1 | 3.596 € |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens hängen Vakanzzeit und Arbeitsuchende nicht starr zusammen: Tiefbaufacharbeiter haben wenige Arbeitsuchende je Stelle, aber eine kürzere Vakanzzeit als Kältetechniker. Zweitens bedeutet „kein Engpassberuf“ keine schnelle Besetzung. Auch für Maschinen- und Anlagenführer blieb eine gemeldete Stelle im Median 80 Tage offen. Die Werte für weitere Berufe stehen auf den Branchenseiten im Abschnitt Fachkräftemarkt, eine Übersicht aller Seiten findest Du unter Branchen.
Rechenbeispiel: Ein Unternehmen sucht einen Mechatroniker für Kältetechnik und bietet 3.600 Euro brutto im Monat. Der Entgeltatlas nennt für Deutschland einen Median von 4.264 Euro, das untere Quartil liegt bei 3.653 Euro. Das Angebot liegt also unter dem Wert, den drei Viertel der Vollzeitbeschäftigten im Beruf erreichen.
Auf eine gemeldete Stelle kommen 0,5 Arbeitsuchende, die Vakanzzeit liegt bei 141 Tagen (Engpassanalyse 2025). Ergebnis: Mit diesem Gehalt ist die Stelle kaum besetzbar. Mit einem Angebot am Median, einem Servicefahrzeug und der direkten Ansprache von Kältetechnikern, die heute anderswo arbeiten, wird sie schwer, aber machbar.
Signale: gut, schwer oder kaum besetzbar
Die folgende Tabelle fasst die Signale zusammen. Die Grenze von 80 Tagen Vakanzzeit ist die höchste Stufe im Engpass-Raster der Bundesagentur für Arbeit, wie auf unseren Branchenseiten. Die übrigen Grenzwerte sind unsere Faustregeln für eine erste Einordnung, keine amtlichen Schwellen. Entscheidend ist das Gesamtbild: Ein Signal im roten Bereich lässt sich oft ausgleichen, drei meist nicht.
| Signal | gut besetzbar | schwer besetzbar | kaum besetzbar |
|---|---|---|---|
| Einstufung in der Engpassanalyse | kein Engpassberuf | unter Beobachtung oder Engpassberuf | Engpassberuf, seit Jahren |
| Vakanzzeit im Beruf (Median) | unter 80 Tagen | 80 bis 120 Tage | über 120 Tage |
| Arbeitsuchende je gemeldeter Stelle | über 4 | 1,5 bis 4 | unter 1,5 |
| Gehalt im Vergleich zum Entgeltatlas | am Median oder darüber | zwischen unterem Quartil und Median | unter dem unteren Quartil |
| Anforderungen | Berufsabschluss, Rest wird eingearbeitet | Abschluss plus Erfahrung oder Zusatzqualifikation | mehrere seltene Bedingungen zugleich |
| Suchradius | Ballungsraum oder Pendelzeit bis 45 Minuten | ländliche Region, 30 Minuten | fester Standort mit sehr kleinem Einzugsgebiet |
| Arbeitszeit | Tagschicht, planbar | Wechselschicht oder Bereitschaft mit Ausgleich | Nacht, Wochenende und Bereitschaft ohne Ausgleich |
| Bisherige Suche | geeignete Bewerbungen in den ersten Wochen | Bewerbungen, aber kaum geeignete | seit Monaten keine geeignete Bewerbung |
Stehen die meisten Signale in der mittleren Spalte, ist die Stelle besetzbar, wenn Du die Fachkräfte aktiv ansprichst und schnell entscheidest. Stehen mehrere in der rechten Spalte, ändere zuerst das Angebot, dann den Kanal.
Stelle schwer zu besetzen: Was Du tun kannst
Die Hebel folgen den sieben Faktoren. Fange mit denen an, die am wenigsten kosten und am meisten bewegen.
Gehalt an den Markt anpassen
Liegt Dein Angebot unter dem unteren Quartil, wird jede andere Maßnahme teurer als die Gehaltserhöhung. Rechne gegen: Was kostet ein Monat ohne Fachkraft an abgelehnten Aufträgen und Überstunden? Wo das Gehaltsgefüge im Team eine Erhöhung schwer macht, helfen Zulagen, ein Firmenwagen oder eine klare Gehaltsstufe nach der Probezeit. Wichtig ist, dass die Zahl in der Anzeige steht.
Anforderungen entschlacken
Trenne Muss von Kann. Ein Berufsabschluss in einem verwandten Beruf, weniger Jahre Erfahrung oder die Zusatzqualifikation in den ersten sechs Monaten erweitern den Kreis oft um ein Vielfaches. Für Helferstellen und Quereinsteiger kommen auch Menschen aus anderen Branchen in Frage, wenn die Einarbeitung steht.
Suchradius erweitern
Ein Firmenwagen, Fahrtkostenzuschuss oder der Start auf der Baustelle statt im Lager vergrößert das Einzugsgebiet. Bei Unternehmen mit mehreren Standorten lohnt sich eine Suche je Standort mit eigenem Radius. Wie Gruppen mit vielen Niederlassungen vorgehen, zeigt die Seite Enterprise.
Arbeitszeit attraktiver machen
Feste Touren, ein verlässlicher Dienstplan, kürzere Wochenarbeitszeit bei gleichem Gehalt oder freie Wochenenden im Wechsel sind für viele Fachkräfte mehr wert als 200 Euro brutto. Ein Unternehmen im Mittelstand kann solche Zusagen für eine einzelne Person machen, ein Konzern meist nur über Richtlinien.
Fachkräfte ansprechen, die nicht aktiv suchen
Ist die Arbeitsuchenden-Stellen-Relation niedrig, wirst Du die Stelle nicht über Stellenportale und die Arbeitsagentur besetzen. Die Kandidaten arbeiten bereits. Erreichbar sind sie über Empfehlungen aus dem eigenen Team und über Anzeigen in den sozialen Medien, die im Umkreis Deines Standorts ausgespielt werden. Wie das geht, erklärt unser Leitfaden zum Social Recruiting; welche Kanäle es sonst gibt, zeigt der Vergleich in der Personalsuche.
Schneller entscheiden
Bei schwer besetzbaren Stellen hat der Kandidat die Wahl. Ein Rückruf am selben Tag, das Gespräch in derselben Woche und eine Zusage innerhalb von zwei Tagen sind oft der Unterschied zwischen Einstellung und Absage. Wie Du den Ablauf dafür aufsetzt, steht im Leitfaden zum Recruiting-Prozess. Wie Du die Anzeige selbst formulierst, erklärt der Leitfaden zum Schreiben von Stellenanzeigen.
So läuft die Besetzbarkeitsprüfung bei Candidate Flow®
Candidate Flow® prüft die Besetzbarkeit vor jeder Zusammenarbeit. Grund ist die Garantie: Wir sichern Einstellungen schriftlich zu und können das nur für Stellen tun, die wir seriös einschätzen können. Die Prüfung verbindet die Faktoren aus diesem Ratgeber mit eigenen Daten, die in keiner amtlichen Statistik stehen.
Der Abgleich mit dem Pool beantwortet die Frage, die die Statistik offenlässt: Wie viele passende Fachkräfte gibt es im Umkreis Deines Standorts, und wie haben sie auf vergleichbare Angebote reagiert? Der Candidate Flow® Kandidatenpool umfasst über 210.000 Kandidaten aus früheren Kampagnen. Dazu kommen die Erfahrungen aus über 19.000 Einstellungen für mehr als 5.000 Unternehmen in über 50 Branchen. Dokumentierte Einstellungen mit Unternehmen, Position und Bewerbungen findest Du unter Ergebnisse.
Nach der Zusage läuft die Suche nach dem Candidate Flow® System. Wir sprechen Fachkräfte mit Anzeigen in den sozialen Medien im Umkreis Deines Standorts an. Unsere festangestellten Recruiter telefonieren mit jedem Kandidaten, prüfen Qualifikation, Gehaltsvorstellung, Wechselgrund und Verfügbarkeit und terminieren die Vorstellungsgespräche in Deinem Kalender. Du führst die Gespräche und entscheidest, wen Du einstellst. Das Ziel ist die Einstellung in 30 Tagen, bis zur ersten Einstellung vergehen im Schnitt 23 Tage.
Die Garantie gilt für die Einstellungen, die nach der Besetzbarkeitsprüfung vereinbart werden. Umfang und Bedingungen vereinbaren wir individuell; sie stehen vor dem Start schriftlich im Vertrag. Die Prozesse sind 2-fach TÜV-geprüft, die Zertifikate findest Du im Trust Center. Was die Leistung umfasst, beschreibt die Seite Social Recruiting Agentur.
Ist eine Stelle zu den gebotenen Bedingungen nicht besetzbar, sagen wir Dir das vor dem Start und nennen die Faktoren, an denen es liegt. Oft ist es ein Punkt aus der Signal-Tabelle, etwa das Gehalt oder ein zu kleiner Radius. Dann entscheidest Du, ob Du das Angebot anpasst.
Fazit
Besetzbarkeit ist die Antwort auf die Frage, ob eine offene Stelle in einer Region zu den gebotenen Bedingungen mit einer Fachkraft besetzt werden kann. Mit Engpassanalyse und Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit schätzt Du sie in einer Stunde grob ein, den Rest entscheiden Radius, Anforderungen, Arbeitszeit und Konkurrenz vor Ort. Wer vor der Suche prüft und das Angebot anpasst, spart Monate, in denen eine Anzeige ohne Chance läuft.
Ist Deine Stelle besetzbar?
Im Kurzcheck gibst Du Position, Region und Bedarf an. Wir gleichen die Angaben mit dem Candidate Flow® Kandidatenpool ab und sagen Dir, ob wir die Besetzung schriftlich zusichern können.
Kostenlos und unverbindlich · 60 Sekunden · schriftliche Einstellungs- und Probezeitgarantie
Quellen
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Engpassanalyse 2025, interaktive Statistik, Jahresdurchschnitt 2025: Einstufung, Vakanzzeit, Arbeitsuchenden-Stellen-Relation je Beruf und Anforderungsniveau, Deutschland.
- Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025, Bruttomonatsentgelt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter (Kerngruppe), Median und Quartile, Deutschland.
- Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2025: 157 Engpassberufe; Vakanzzeit 167 Tage über alle Berufe 2025 laut Bericht „Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk“, August 2026.
- Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), IW Köln: KOFA Kompakt 03/2026, Jahresrückblick 2025, Februar 2026.
- Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): IAB-Stellenerhebung 2/2026, 3. September 2026.

Über den Autor
Gian-Marco BlumGeschäftsführerGian-Marco Blum ist Geschäftsführer der Candidate Flow® GmbH in Düsseldorf. Im Blog schreibt er über Recruiting und Fachkräftegewinnung: Social Recruiting, Arbeitgebermarke, Bewerbungsprozesse und das, was sich aus über 5.000 Partnerunternehmen gelernt hat.


