Fachkräftemangel Dachdecker: Zahlen 2026 und 7 Wege zu Gesellen, Vorarbeitern und Meistern
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Fachkräftemangel Dachdecker 2026: Gesellen, Vorarbeiter und Meister sind fest angestellt und suchen nicht. Einstellen kann, wer sie erreicht und schneller zum Gespräch bringt als der Wettbewerb. Laut Bundesagentur für Arbeit blieb eine Stelle für Dachdecker 2025 im Median 155 Tage offen.
Die Auftragsbücher sind voll, die Kolonne ist zu klein, und auf die Anzeige meldet sich niemand mit Gesellenbrief. Laut ZVDH sank die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer im Dachdeckerhandwerk 2025 im vierten Jahr in Folge, weil mehr Fachkräfte in Rente gehen als nachkommen.
Dieser Leitfaden erklärt Rollen, Rechtsstand und Mindestlohn, sieben Wege mit Kosten, sechs Anbieterarten, den richtigen Zeitpunkt im Jahr und einen Fall mit vier eingestellten Dachdeckern.
Stand: 24. Oktober 2026 · Zahlen prüfen wir jährlich im Dezember.

Kurzfassung
- Fachkräftemangel Dachdecker: Laut Bundesagentur für Arbeit kamen 2025 nur 1,4 Arbeitsuchende auf eine gemeldete Stelle, die Stelle blieb im Median 155 Tage offen. Wer einstellen will, muss Gesellen mit Job erreichen.
- Der Bestand schrumpft: Laut ZVDH sank die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer 2025 um 608 und damit im vierten Jahr in Folge, obwohl so viele Auszubildende im ersten Lehrjahr anfingen wie lange nicht.
- Die Rolle bestimmt die Ansprache: Geselle, Vorarbeiter, Meister, Helfer und Klempner brauchen je eine eigene Anzeige mit Lohn, Einsatzgebiet und Winterregelung.
- Zeitarbeit scheidet meist aus: § 1b AÜG verbietet Leiharbeit in Betrieben des Dachdeckerhandwerks für gewerbliche Arbeiten, von Ausnahmen zwischen Baubetrieben abgesehen.
- Sieben Wege führen zur Einstellung; wechselbereite Gesellen erreichst Du am schnellsten über Empfehlungen und Social Recruiting im Umkreis.
- Tempo gewinnt: Rückruf am selben Tag, Telefoninterview mit festen Prüfpunkten, Gespräch in derselben Woche, Suche im Herbst für den Saisonstart im Frühjahr.
Was heißt Personalgewinnung im Dachdeckerhandwerk? Definition und Abgrenzung
Personalgewinnung im Dachdeckerhandwerk umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Dachdeckerunternehmen Gesellen, Vorarbeiter, Meister, Helfer und Auszubildende anspricht, auswählt und einstellt. Wer Mitarbeiter für die Dachdeckerei sucht, sucht in einem amtlich anerkannten Engpassberuf.
Personalgewinnung im Dachdeckerhandwerk ist die planmäßige Gewinnung von Fachkräften für Unternehmen des Dachdeckerhandwerks, eines zulassungspflichtigen Handwerks nach Anlage A Nummer 4 der Handwerksordnung. Sie reicht von der Stellenbeschreibung über Ansprache, Telefoninterview und Vorstellungsgespräch bis zur Einarbeitung. Abgegrenzt davon ist die Mitarbeiterbindung, die vorhandene Gesellen im Unternehmen hält.
Im Alltag laufen mehrere Begriffe nebeneinander. So grenzt Du sie ab:
- Mitarbeitergewinnung: der ganze Weg von der offenen Stelle bis zum ersten Arbeitstag, siehe Leitfaden Mitarbeitergewinnung.
- Personalsuche oder Recruiting: meist im engeren Sinn die Suche nach Bewerbern über Kanäle wie Anzeigen, Empfehlungen und Kampagnen.
- Personalvermittlung und Headhunter: Dienstleister, die Kandidaten vorstellen und meist je Einstellung abrechnen.
- Employer Branding: das Bild Deines Unternehmens als Arbeitgeber; es hilft, ersetzt aber keine Ansprache.
- Ausbildungsmarketing: die Gewinnung von Auszubildenden, ein eigener Weg mit eigenen Zeiten.
Ausbildung und Berufsbild (Rechtsstand 24. Oktober 2026)
Die Ausbildung zum Dachdecker regelt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Dachdecker und zur Dachdeckerin vom 28. April 2016, in Kraft seit 1. August 2016. Sie dauert nach § 2 drei Jahre. § 4 nennt fünf Schwerpunkte: Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an Dach und Wand sowie Reetdachtechnik. Zu den gemeinsamen Inhalten gehören das Decken von Dach- und Wandflächen, das Abdichten von Dachflächen und Bauwerken, Anschlüsse, Blitzschutz, die Montage von Energiesammlern und die Entwässerung.
Frag deshalb nach dem Schwerpunkt der Ausbildung und der Praxis seitdem. Ein Geselle aus der Flachdachabdichtung braucht für Steildach und Fassade eine Einarbeitung, ein Geselle aus dem Steildach für Bitumen- und Kunststoffbahnen ebenso.
Wie schwer ist es 2026, Dachdecker zu finden? Die Zahlen
Dachdecker sind laut Bundesagentur für Arbeit ein Engpassberuf: 2025 kamen 1,4 Arbeitsuchende auf eine gemeldete Stelle, und die Stelle blieb im Median 155 Tage offen. Im Handwerk insgesamt waren es laut Bundesagentur im Schnitt 242 Tage, über alle Berufe 167 Tage.
Dachdeckerhandwerk 2026 in Zahlen
Amtliche Werte für Deutschland aus der Engpassanalyse 2025 und dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Vollzeit, Stichtag 31.12.2025):
| Beruf | Einstufung | Vakanzzeit (Median) | Arbeitsuchende je Stelle | Medianlohn im Monat | Mittlere Hälfte | Lohnentwicklung 2021–2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dachdecker | Engpassberuf | 155 Tage | 1,4 | 3.783 € | 3.297 bis 4.277 € | +12,6 % |
| Zimmerer | unter Beobachtung | 163 Tage | 1,7 | 3.795 € | 3.316 bis 4.291 € | +11,0 % |
Laut KOFA im IW Köln gehört die Dachdeckerei zu den 15 Handwerksberufen, in denen 2025 jeweils mehr als 1.000 Fachkräfte fehlten; der Engpass besteht dort seit spätestens 2017 ununterbrochen. Insgesamt konnten 2025 knapp 100.000 offene Stellen in Handwerksberufen rechnerisch nicht besetzt werden.
Mehr Auszubildende, trotzdem weniger Gesellen
Der Nachwuchs wächst: Laut ZVDH lernten im Januar 2026 3.440 Auszubildende im ersten Lehrjahr, 10,8 Prozent mehr als im Vorjahr; die Zahl aller Ausbildungsverhältnisse erreichte den höchsten Stand seit 2003. Die KOFA-Studie bestätigt für die Dachdeckerei seit Jahren steigende Bewerberzahlen in der Ausbildung. Gleichzeitig sank die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer laut ZVDH 2025 um 608 oder 1,0 Prozent, nach Rückgängen von 1,4 Prozent 2022, 1,2 Prozent 2023 und 0,7 Prozent 2024. Der Verband nennt als Grund die Babyboomer, die in Rente gehen. Für die offene Gesellenstelle heute hilft der Nachwuchs von morgen also wenig.
Kleine Unternehmen, keine Personalabteilung
Das Dachdeckerhandwerk ist kleinbetrieblich: Laut ZVDH beschäftigten Ende 2024 rund 78 Prozent der Unternehmen weniger als zehn Arbeitnehmer und 53 Prozent weniger als fünf gewerbliche Arbeitnehmer. Im Schnitt hat ein Dachdeckerbetrieb 5,5 gewerbliche Arbeitnehmer. Mitarbeitergewinnung erledigt deshalb fast immer der Inhaber zwischen Baustelle, Angebot und Abrechnung. Genau dort gehen Rückrufe unter, und der Bewerber unterschreibt beim Wettbewerber.
Geselle, Vorarbeiter, Meister oder Helfer: Welchen Dachdecker suchst Du?
Die gesuchte Rolle bestimmt Anzeige, Kanal und Lohn, denn ein Vorarbeiter mit Kolonne prüft andere Punkte als ein Helfer ohne Ausbildung. Der Branchenmindestlohn unterscheidet zwei Gruppen.
| Rolle | Typischer Nachweis | Mindestlohn ab 1.1.2026 | Was die Rolle zuerst prüft |
|---|---|---|---|
| Dachdeckergeselle | Gesellenbrief Dachdecker, Zimmerer oder Klempner | 16,60 € je Stunde | Stundenlohn, Einsatzgebiet, Winterregelung |
| Vorarbeiter, Kolonnenführer | Gesellenbrief und mehrere Jahre Praxis | 16,60 € je Stunde | Verantwortung, Fahrzeug, Zulage |
| Dachdeckermeister, Bauleiter | Meisterbrief Dachdecker | Gehalt frei vereinbart | Entscheidungsrahmen, Kolonnengröße, Dienstwagen |
| Helfer | ohne Abschluss | 14,96 € je Stunde | Lohn, Weg zum Gesellenbrief |
| Klempner für Dach und Fassade | Gesellenbrief Klempner | 16,60 € je Stunde bei überwiegend Dachdeckerarbeiten | Werkstatt, Metallarbeiten, Baustellenanteil |
Den Mindestlohn regelt die Dreizehnte Dachdeckerarbeitsbedingungenverordnung vom 17. Dezember 2025, gültig bis 31. Dezember 2028. Für Gesellen steigt er am 1. Januar 2027 auf 17,10 Euro und am 1. Januar 2028 auf 17,60 Euro. Den Gesellenlohn bekommt, wer überwiegend fachlich qualifizierte Dachdeckerarbeiten ausführt und einen Gesellenbrief im Dachdecker-, Zimmerer- oder Klempnerhandwerk oder einen gleichgestellten Abschluss hat. Der Medianlohn von 3.783 Euro liegt deutlich darüber; ein Angebot auf Mindestlohnniveau gewinnt keinen Gesellen, der heute angestellt ist.
Meister und Betriebsnachfolge
Laut ZVDH legten 2024 bundesweit 514 Dachdecker die Meisterprüfung ab, leicht weniger als im Vorjahr. Für Unternehmen mit Nachfolgefrage oder zweitem Standort ist der Meister deshalb die schwerste Stelle. Wege dorthin sind Direktansprache, Empfehlungen aus Innung und Baustoffhandel und die Förderung eigener Gesellen zur Meisterschule.
Was erwarten Dachdecker von einem Arbeitgeber?
Dachdeckergesellen wechseln selten wegen eines Euros mehr, sondern wegen planbarer Arbeit, fairer Bezahlung und einer guten Kolonne. Diese sechs Punkte gehören in jedes Gespräch und in die Anzeige:
- Lohn klar genannt: Stundenlohn oder Spanne in der ersten Zeile, nicht „leistungsgerechte Bezahlung“.
- Winterregelung: was in der Schlechtwetterzeit passiert, ob Werkstattarbeit, Arbeitszeitkonto oder Saison-Kurzarbeitergeld.
- Einsatzgebiet und Anfahrt: Radius der Baustellen, Treffpunkt am Lager oder Abholung, Montage mit Übernachtung ja oder nein.
- Sicherheit und Material: Gerüst und Seitenschutz, Anschlageinrichtungen, Kran oder Aufzug, gutes Werkzeug. Wer täglich in der Höhe arbeitet, merkt sich, wer daran spart.
- Kolonne und Aufgaben: Steildach, Flachdach, Fassade, Solar, Sanierung oder Neubau, und mit wem er arbeitet.
- Entwicklung: Vorarbeiterrolle, Meisterschule, Fachrichtungen wie Reetdach oder Energietechnik.
Wie Du diese Punkte in eine Anzeige bringst, zeigt der Ratgeber Stellenanzeige schreiben.
Wie gewinnst Du Dachdecker? Die 7 Wege
Dachdecker gewinnst Du über sieben Wege: Empfehlung, Jobbörsen und Arbeitsagentur, Social Recruiting, Dienstleister, Kollegenhilfe statt Zeitarbeit, Quereinstieg mit Gesellenprüfung und eigene Ausbildung. Für die offene Stelle zählen vor allem die ersten vier.
1. Mitarbeiterempfehlung
- Für wen
- jedes Unternehmen
- Kosten
- Prämie je Einstellung
- Dauer
- Tage bis Wochen
Deine Gesellen kennen andere Dachdecker aus Berufsschule, Innung und Nachbarbaustellen. Lege eine Prämie fest, zahle sie in zwei Raten, etwa nach Arbeitsbeginn und nach der Probezeit, und erinnere das Team bei jeder Besprechung daran. Typischer Fehler: Die Prämie existiert, aber niemand weiß, wie hoch sie ist.
2. Jobbörsen und Arbeitsagentur
- Für wen
- Ergänzung, Helfer, Azubis
- Kosten
- je Anzeige oder kostenfrei
- Dauer
- Wochen, oft ohne Treffer
Anzeigen in Jobbörsen, bei Verbänden und im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit erreichen Menschen, die aktiv suchen. Bei 1,4 Arbeitsuchenden je Stelle ist dieser Kreis klein. Melde die Stelle trotzdem, denn die Agentur ist kostenfrei und erreicht Helfer und Quereinsteiger. Typischer Fehler: eine Anzeige ohne Lohn und Einsatzgebiet, die wie zwanzig andere aussieht.
3. Social Recruiting im Umkreis der Wohnorte
- Für wen
- Gesellen, Vorarbeiter, mehrere Stellen
- Kosten
- Werbebudget plus Zeit oder Dienstleister
- Dauer
- erste Bewerbungen nach Tagen
Anzeigen in sozialen Netzwerken erreichen Dachdecker im Umkreis ihres Wohnorts, auch wenn sie keine Stelle suchen. Entscheidend sind eine Anzeige, die Lohn, Winterregelung und Einsatzgebiet nennt, ein Bewerbungsweg ohne Lebenslauf am Handy und ein Rückruf am selben Tag. Wie Kampagnen im Handwerk aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Social Recruiting im Handwerk, Beispiele für das Gewerk der Beitrag Social Recruiting für Dachdecker. Typischer Fehler: ein Bild vom Firmenschild statt von der Kolonne auf dem Dach.
4. Recruiting Agentur, Personalvermittlung und Headhunter
- Für wen
- mehrere Stellen, Meister, Bauleiter
- Kosten
- fester Preis oder Honorar je Einstellung
- Dauer
- Wochen
Eine Recruiting Agentur schaltet Kampagnen und führt die Vorauswahl, eine Personalvermittlung stellt Kandidaten aus ihrer Kartei vor, ein Headhunter spricht Fachkräfte in fester Anstellung direkt an. Für Gesellen eignet sich meist die Kampagne, für Meister die Direktansprache. Was die Modelle unterscheidet, erklären die Ratgeber Personalvermittlung im Handwerk und Headhunter im Handwerk. Typischer Fehler: ein Vertrag ohne Regel für den Fall, dass der neue Mitarbeiter in der Probezeit geht.
5. Kollegenhilfe statt Zeitarbeit
- Für wen
- Auftragsspitzen
- Kosten
- Verrechnung zwischen Unternehmen
- Dauer
- Tage
Eine gewöhnliche Zeitarbeitsfirma darf an Dachdeckerbetriebe in der Regel keine gewerblichen Arbeitnehmer verleihen. § 1b Arbeitnehmerüberlassungsgesetz verbietet die Überlassung in Betriebe des Baugewerbes für Arbeiten, die üblicherweise Arbeiter verrichten, und § 1 Absatz 3 Nummer 2 der Baubetriebe-Verordnung nennt Betriebe des Dachdeckerhandwerks ausdrücklich. Erlaubt ist die Überlassung zwischen Baubetrieben, wenn der verleihende Betrieb seit mindestens drei Jahren von denselben Rahmen- und Sozialkassentarifverträgen erfasst wird. Details stehen im Ratgeber Zeitarbeit im Handwerk. Typischer Fehler: Leiharbeiter über eine Zeitarbeitsfirma auf das Dach zu schicken und erst bei der Prüfung vom Verbot zu erfahren.
6. Quereinstieg mit Gesellenprüfung
- Für wen
- Teams mit Paten
- Kosten
- Einarbeitung, Prüfungsvorbereitung
- Dauer
- Monate bis Jahre
Helfer, Zimmerer, Gerüstbauer oder Fassadenmonteure können zum Dachdeckergesellen werden. Nach § 37 Absatz 2 Handwerksordnung wird zur Gesellenprüfung zugelassen, wer das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer im Beruf gearbeitet hat, bei drei Jahren also viereinhalb Jahre. Davon kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn die berufliche Handlungsfähigkeit glaubhaft gemacht wird; ausländische Abschlüsse und Berufsjahre sind zu berücksichtigen. Typischer Fehler: Quereinsteiger ohne Paten allein in die Kolonne zu stellen.
7. Eigene Ausbildung
- Für wen
- Nachwuchs, Bindung
- Kosten
- Vergütung, Ausbilderzeit
- Dauer
- Einsatz als Geselle nach drei Jahren
Die Ausbildung ist im Dachdeckerhandwerk beliebt wie lange nicht: 3.440 Auszubildende im ersten Lehrjahr laut ZVDH, im dritten Lehrjahr bekommt ein Azubi laut Verband 1.460 Euro im Monat. Für die Stelle, die heute offen ist, kommt dieser Weg zu spät. Wie Du Bewerber für Ausbildungsplätze erreichst, zeigt der Beitrag Azubis finden im Handwerk.
Die 7 Wege im Vergleich: Kosten, Zeit, Eignung
Im Vergleich bringen Social Recruiting im Umkreis und Empfehlungen am schnellsten Gespräche mit Dachdeckern, die nicht aktiv suchen; Ausbildung und Quereinstieg wirken erst nach Monaten oder Jahren.
| Weg | Wen Du erreichst | Kosten | Bis zum ersten Gespräch | Aufwand intern | Passt für |
|---|---|---|---|---|---|
| Mitarbeiterempfehlung | Bekanntenkreis der Kolonne | Prämie je Einstellung | Tage bis Wochen | gering | jede Stelle, begrenzte Zahl |
| Jobbörsen, Arbeitsagentur | aktiv Suchende | je Anzeige oder kostenfrei | Wochen, oft ohne Treffer | mittel | Helfer, Ergänzung |
| Social Recruiting | Gesellen im Umkreis, auch ohne Suche | Werbebudget plus Zeit oder Dienstleister | Tage | mittel oder abgegeben | Gesellen, Vorarbeiter, mehrere Stellen |
| Agentur, Vermittlung, Headhunter | Bewerberfluss, Kartei, Direktansprache | fester Preis oder Honorar je Einstellung | Wochen | gering | mehrere Stellen, Meister, Bauleiter |
| Kollegenhilfe | Gesellen eines anderen Baubetriebs | Verrechnung | Tage | gering | Spitzen, nur unter § 1b AÜG |
| Quereinstieg | Helfer, verwandte Berufe | Einarbeitung, Kurs | Tage, als Geselle nach Jahren | hoch | Teams mit Paten |
| Ausbildung | Schulabgänger | Vergütung, Ausbilder | Einsatz nach drei Jahren | hoch | Nachwuchs, Bindung |
Empfehlung und Ausbildung laufen dauerhaft mit, für die offene Stelle kommen Social Recruiting und ein Dienstleister dazu. Kanäle und Prozess für alle Gewerke erklärt der Ratgeber Recruiting im Handwerk, die Wege im Überblick der Leitfaden Mitarbeiter im Handwerk finden.
Anbieterarten im Vergleich: Welcher Dienstleister passt für Dachdeckerunternehmen?
Für Dachdecker gibt es sechs Arten von Anbietern: Personalvermittlung, Headhunter, Recruiting-Agentur mit Kampagnen, Jobbörse, den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und die Kollegenhilfe unter Baubetrieben. Welche passt, hängt davon ab, ob Du einen Meister oder mehrere Gesellen suchst.
| Anbieterart | Wie sie Kandidaten findet | Abrechnung | Anstellung | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Personalvermittlung | Kartei, Anzeigen, Netzwerk; meist aktiv Suchende | Pauschale oder Prozent, überwiegend bei Einstellung | Festanstellung bei Dir | einzelne Gesellenstellen |
| Headhunter, Personalberatung | Direktansprache von Fachkräften in fester Anstellung | Prozent des Zieleinkommens, oft Raten ab Auftrag | Festanstellung bei Dir | Dachdeckermeister, Bauleiter, Niederlassungsleitung |
| Recruiting-Agentur mit Kampagnen | regionale Kampagnen in sozialen Netzwerken, Vorauswahl am Telefon | fester Preis je Kampagne oder Paket | Festanstellung bei Dir | mehrere Gesellen und Vorarbeiter, wiederkehrender Bedarf |
| Jobbörse | aktiv Suchende, die selbst suchen | je Anzeige und Laufzeit | Festanstellung bei Dir | Helfer, Auszubildende, Ergänzung |
| Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit | gemeldete Arbeitsuchende, Förderprogramme | kostenfrei | Festanstellung bei Dir | Helfer, Quereinsteiger, Förderung |
| Kollegenhilfe unter Baubetrieben | Gesellen eines anderen Baubetriebs | Verrechnung zwischen Unternehmen | beim verleihenden Betrieb | kurze Auftragsspitzen, nur nach § 1b AÜG |
Wer mehrere Gesellen braucht und die Vorauswahl abgeben will, findet die Leistungen einer Kampagnen-Agentur auf der Seite Social Recruiting Agentur, alle Wege für Unternehmen jeder Branche unter Mitarbeiter finden.
Wann ist die beste Zeit, um Dachdecker zu suchen?
Die beste Zeit für die Suche ist der Herbst, damit neue Gesellen nach ihrer Kündigungsfrist zum Saisonstart im Frühjahr anfangen. Die Schlechtwetterzeit läuft nach § 101 SGB III vom 1. Dezember bis 31. März; Unternehmen, die überwiegend Bauleistungen erbringen, können in dieser Zeit Saison-Kurzarbeitergeld nutzen.
Daraus folgt ein einfacher Kalender: Im September und Oktober legst Du Rolle, Lohn und Winterregelung fest, im Oktober und November laufen Anzeigen, Kampagnen und Gespräche, im Dezember und Januar unterschreiben die neuen Mitarbeiter, im März beginnen sie. Wer erst im April sucht, sucht dann, wenn alle Unternehmen gleichzeitig Leute brauchen und die Gesellen auf den Dächern stehen. Eine offene Stelle wartet trotzdem nicht auf den Herbst: Suchst Du im Sommer, zählt das Tempo noch mehr.
Was gehört in die Anzeige und ins Telefoninterview?
Eine Anzeige für Dachdecker nennt in der ersten Zeile Rolle, Lohn, Einsatzgebiet und Winterregelung; das Telefoninterview prüft danach Qualifikation, Erfahrung, Wechselmotivation, Gehaltsvorstellung und Verfügbarkeit in zehn Minuten.
Vorlage: erste Zeilen einer Anzeige
- Dachdeckergeselle (m/w/d) für Steildach und Sanierung, Raum [Ort] bis 40 Kilometer
- [Stundenlohn] Euro je Stunde, ganzjährige Beschäftigung, Winterarbeit in der Werkstatt
- Start im Lager um 7 Uhr, Kolonne mit drei Kollegen, Gerüst und Kran auf jeder Baustelle
- Bewerbung in zwei Minuten am Handy, ohne Lebenslauf; Rückruf am selben Tag
Prüfpunkte im Telefoninterview
- Qualifikation: Gesellenbrief, Schwerpunkt der Ausbildung, Meisterbrief oder Weiterbildung.
- Erfahrung: Steildach, Flachdach mit Bitumen- oder Kunststoffbahnen, Fassade, Solar, Klempnerarbeiten.
- Nachweise: Führerschein für Firmenfahrzeug und Anhänger, Unterweisungen und Lehrgänge, die Dein Unternehmen voraussetzt.
- Wechselmotivation: Was stört beim jetzigen Arbeitgeber, Lohn, Anfahrt, Winter, Kolonne oder Führung?
- Gehaltsvorstellung und Verfügbarkeit: Stundenlohn, Kündigungsfrist, möglicher Arbeitsbeginn.
Den ganzen Ablauf von der Anzeige bis zur Zusage beschreibt der Leitfaden Recruiting-Prozess.
Wie hat ein Dachdeckerunternehmen drei Dachdecker in einer Kampagne eingestellt?
Die Peter Hansen Dachdecker und Fassadenbau GmbH hat über Candidate Flow® 20 qualifizierte Bewerbungen erhalten und 3 Dachdecker eingestellt. Hier findest Du Video und Zahlen zum Fall.
Der Ablauf ist in jeder Kampagne gleich: Candidate Flow® schaltet regionale Kampagnen, führt die Telefonate mit den Bewerbern, prüft Qualifikation, Eignung, Wechselmotivation, Gehaltsvorstellung und Verfügbarkeit und terminiert die Vorstellungsgespräche. Das Unternehmen führt das Gespräch und entscheidet. Die erste Einstellung erfolgt im Schnitt nach 23 Tagen, in den öffentlich dokumentierten Fällen kamen 6,8 Bewerbungen auf eine Einstellung (Ergebnisse).
Candidate Flow® ist das Recruiting-System für den Mittelstand und besetzt Stellen in über 50 Branchen. Fälle und Arbeitsmarktdaten für das Gewerk zeigt die Seite Mitarbeitergewinnung für Dachdecker, alle Gewerke die Seite Fachkräfte im Handwerk.
Was kostet es, einen Dachdecker einzustellen?
Die Kosten einer Einstellung bestehen aus Lohn, Suchweg und der Zeit, in der die Stelle offen bleibt. Beim Dachdecker liegt der Median laut Entgeltatlas bei 3.783 Euro brutto im Monat, also 45.396 Euro im Jahr. Die Tabelle rechnet zwei Honorarmodelle auf den Medianlohn: zwei Bruttomonatsgehälter, laut Gesamtverband der Personaldienstleister die empfohlene Obergrenze bei Vermittlung nach vorheriger Überlassung, und 27,5 Prozent wie bei Personalberatungen laut BDU.
| Position | Medianlohn im Monat | Zwei Monatsgehälter | 27,5 % der Jahresbasis |
|---|---|---|---|
| Dachdecker | 3.783 € | 7.566 € | rund 12.480 € |
| Zimmerer | 3.795 € | 7.590 € | rund 12.520 € |
Rechenweg: Medianlohn × 2 und Medianlohn × 12 × 0,275, eigene Rechnung ohne Sonderzahlungen und Mehrwertsteuer. Für drei Dachdeckergesellen summiert sich ein Prozenthonorar auf rund 37.450 Euro, eine Pauschale laut Gesamtverband der Personaldienstleister von 4.000 bis 10.000 Euro je Fachkraft auf 12.000 bis 30.000 Euro. Alle Kostenarten einer Einstellung vergleicht der Ratgeber Recruiting Kosten.
Was die offene Stelle kostet
Teurer als das Honorar ist oft die offene Stelle: laut Engpassanalyse 2025 im Median 155 Tage, gut 22 Wochen. Rechne abrechenbare Stunden je Woche × Deckungsbeitrag je Stunde × Wochen ohne Besetzung. Mit angenommenen 30 abrechenbaren Stunden je Woche und 20 Euro Deckungsbeitrag fehlen 660 Stunden und rund 13.200 Euro, dazu Aufträge, die Du absagen oder verschieben musst.
5 Fehler bei der Mitarbeitergewinnung im Dachdeckerhandwerk
Die häufigsten Fehler sind eine Anzeige ohne Lohn, eine verschwiegene Winterregelung, ein Lebenslauf als Pflicht, späte Rückrufe und die Suche erst im Frühjahr.
- „Dachdecker gesucht“ ohne Lohn. Gesellen vergleichen Stundenlöhne; ohne Zahl landet die Anzeige hinter allen anderen.
- Winterregelung verschweigen. Wer erst im Dezember erfährt, wie es in der Schlechtwetterzeit weitergeht, sucht im Januar wieder.
- Lebenslauf als Pflichtfeld. Dachdecker bewerben sich abends am Handy; beim Dateiupload brechen viele ab.
- Rückruf nach drei Tagen. Der Geselle hat das erste Gespräch beim Wettbewerber geführt.
- Suche erst im April. Dann suchen alle Unternehmen gleichzeitig, und die Gesellen stehen auf den Dächern.
Fazit
Mitarbeitergewinnung im Dachdeckerhandwerk ist 2026 eine Aufgabe in einem amtlich belegten Engpassberuf: 1,4 Arbeitsuchende je Stelle, 155 Tage Vakanz und laut ZVDH das vierte Jahr mit weniger gewerblichen Arbeitnehmern. Erfolgreich sind Unternehmen, die vorher die Rolle festlegen, Lohn, Einsatzgebiet und Winterregelung in der ersten Zeile nennen und Gesellen im Umkreis ihres Wohnorts ansprechen, auch wenn diese nicht suchen. Danach entscheidet das Tempo: Rückruf am selben Tag, Telefoninterview mit festen Prüfpunkten, Gespräch in derselben Woche, und die Suche beginnt im Herbst, nicht im April.
Wie Du Mitarbeiter hältst, die Du gewonnen hast, zeigt der Beitrag Mitarbeiterbindung im Handwerk; Fachkräfte für verwandte Gewerke findest Du auf den Seiten Fachkräfte im Tischler- und Schreinerhandwerk und Fachkräfte im Baugewerbe.
Willst Du Dachdecker finden lassen?
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Quellen
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Engpassanalyse 2025, Jahresdurchschnitt 2025, Entgeltentwicklung Dezember 2021 bis Dezember 2024, und Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025, Vollzeit, Deutschland (Berufe in der Dachdeckerei, KldB 32142; Berufe in der Zimmerei, KldB 33322).
- Bundesagentur für Arbeit: Presseinfo Nr. 34/2026, Fachkräfte im Handwerk, 14. September 2026.
- Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH): ZVDH-Steckbrief: Das Dachdeckerhandwerk in Zahlen, Stand März 2026 (Daten SOKA-DACH, ZDH, Statistisches Bundesamt).
- Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) im IW Köln: KOFA Kompakt 7/2026, Fachkräftesicherung im Handwerk, Stand Juni 2026.
- Gesamtverband der Personaldienstleister: Rechtliche Aspekte der Personalvermittlung, 11. April 2022.
- Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU): Facts & Figures zum Personalberatungsmarkt 2025, 27. August 2025.
- Gesetze im Internet: Verordnung über die Berufsausbildung zum Dachdecker und zur Dachdeckerin, Dreizehnte Dachdeckerarbeitsbedingungenverordnung mit TV Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk, Anlage A und § 37 HwO, § 1b AÜG, § 1 Baubetriebe-Verordnung, § 101 SGB III.
- Eigene Angaben der Candidate Flow® GmbH, siehe Ergebnisse und Fall Peter Hansen Dachdecker und Fassadenbau.

Über den Autor
Gian-Marco BlumGeschäftsführerGian-Marco Blum ist Geschäftsführer der Candidate Flow® GmbH in Düsseldorf. Im Blog schreibt er über Recruiting und Fachkräftegewinnung: Social Recruiting, Arbeitgebermarke, Bewerbungsprozesse und das, was die Zusammenarbeit mit über 5.000 Partnerunternehmen gezeigt hat.


