Lagermitarbeiter finden: Wie Du Lageristen, Staplerfahrer und Kommissionierer gewinnst
Ob Spedition, Großhandel, Werkslager, Zentrallager im Lebensmittelhandel oder Fulfillment-Center: Lagermitarbeiter finden ist für viele Unternehmen eine Daueraufgabe. Bewerbungen kommen, doch Menschen, die Schicht, Stapler und Scanner sicher beherrschen und nach drei Monaten noch da sind, bleiben knapp.
Dieser Leitfaden erklärt Dir, wie sich Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist, Lagerhelfer und Staplerfahrer unterscheiden, was die Bundesagentur für Arbeit zu Engpass und Gehalt meldet, welche Regeln für Schichtzuschläge, Zeitarbeit und Staplerschein gelten und welche acht Wege zur Einstellung führen. Dazu kommen ein Vergleich nach Kosten und Zeit, Prüfpunkte für das Telefoninterview, ein Fall aus dem Großhandel und Hebel für die Bindung.
Stand: 3. Oktober 2026 · Zahlen prüfen wir jährlich im Dezember.

Kurzfassung
- Lagermitarbeiter ist der Sammelbegriff für Fachkräfte für Lagerlogistik, Fachlageristen, Lagerhelfer, Kommissionierer und Staplerfahrer.
- Es fehlen passende Bewerber, nicht Arbeitsuchende. Laut Bundesagentur für Arbeit kommen 6,1 Arbeitsuchende auf eine Stelle für Lager-Fachkräfte; knapp sind Menschen, die Schicht, Anfahrt und Staplerschein mitbringen.
- Die Industrie zahlt mehr. Lager-Fachkräfte verdienen im produzierenden Gewerbe im Median 3.941 Euro, in Handel, Verkehr und Lagerei 3.195 Euro.
- Der Staplerschein ist geregelt. Fahren darf nur, wer mindestens 18 Jahre alt und ausgebildet ist, die Befähigung nachgewiesen hat und schriftlich beauftragt wurde.
- Acht Wege führen zur Einstellung. Zeitarbeit deckt Spitzen, die Festanstellung baut den Stamm.
- Tempo entscheidet: Rückruf am selben Tag, Probetag in derselben Woche, Zusage innerhalb von zwei Tagen.
Was ist ein Lagermitarbeiter? Definition und Abgrenzung
Ein Lagermitarbeiter nimmt Waren an, lagert sie ein, kommissioniert, verpackt und verlädt sie. Der Begriff umfasst ausgebildete Fachkräfte ebenso wie angelernte Helfer.
Lagermitarbeiter ist der Oberbegriff für Beschäftigte in Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung und Versand. Fachkräfte haben eine Ausbildung zum Fachlageristen (zwei Jahre) oder zur Fachkraft für Lagerlogistik (drei Jahre) nach der Ausbildungsverordnung von 2004; Lagerhelfer und Kommissionierer arbeiten nach einer Einarbeitung. Wer Gabelstapler fährt, braucht zusätzlich eine Qualifizierung nach DGUV Grundsatz 308-001 und einen schriftlichen Auftrag des Arbeitgebers.
Für die Suche lohnt es sich, die Gruppen zu trennen:
- Fachkraft für Lagerlogistik: drei Jahre Ausbildung mit IHK-Prüfung; steuert Abläufe und vertritt oft die Schichtleitung.
- Fachlagerist: zwei Jahre Ausbildung mit Schwerpunkt Annahme, Lagerung, Kommissionierung und Verladung.
- Lagerhelfer und Kommissionierer: Helfertätigkeit ohne vorgeschriebene Ausbildung.
- Staplerfahrer: kein Ausbildungsberuf, sondern eine Qualifikation, die Helfer wie Fachkräfte erwerben.
- Lager- und Schichtleiter: Führungskräfte. Aufsicht und Führung in Lagerwirtschaft, Zustellung und Güterumschlag gilt laut Bundesagentur auf Spezialistenebene als Engpassberuf.
Abzugrenzen sind Berufskraftfahrer, die LKW der Klasse C oder CE mit Schlüsselzahl 95 fahren und eigenen Regeln folgen (siehe Berufskraftfahrer finden), und Disponenten, die Touren und Laderaum planen und meist eine kaufmännische Ausbildung haben.
Ausbildung und Abschluss: Rechtsstand Oktober 2026
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich vom 26. Juli 2004: zwei Jahre für den Fachlageristen, drei für die Fachkraft (§ 2), Fortsetzung vom Fachlageristen zur Fachkraft im dritten Jahr (§ 6). Eine neue Ausbildungsordnung gibt es nicht. Für Erwachsene hat die TQ-Koordinierungsgruppe im Juni 2026 sieben Teilqualifikationen bestätigt, zusammen 104 bis 157 Wochen in Vollzeit. Erfahrene Helfer werden nach § 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz auch ohne Ausbildung zur Prüfung zugelassen, für den Fachlageristen nach drei Jahren im Beruf.
Staplerschein: was rechtlich gilt
Nach § 7 DGUV Vorschrift 68 darfst Du mit dem Steuern von Staplern mit Fahrersitz oder Fahrerstand nur Personen beauftragen, die mindestens 18 Jahre alt, geeignet und ausgebildet sind und ihre Befähigung nachgewiesen haben. Der Auftrag muss schriftlich erteilt werden. Für Mitgänger-Geräte wie elektrische Hubwagen genügt eine Unterweisung. Die Ausbildung regelt der DGUV Grundsatz 308-001 (Ausgabe Dezember 2022) in drei Stufen mit Abschlussprüfung, die dritte am eigenen Gerät. Eine Neufassung mit Modulen für elf Gerätetypen liegt bis 1. November 2026 als Entwurf aus und soll laut DGUV im ersten Quartal 2027 erscheinen. Ein Staplerschein aus dem letzten Job ersetzt deshalb weder Einweisung noch Auftrag.
Wer sucht Lagermitarbeiter? Rollen und Branchen im Überblick
Lagermitarbeiter suchen Logistikdienstleister, Großhändler, Produktionsunternehmen, Lebensmittelhandel und Onlinehandel zugleich, oft im selben Gewerbegebiet. Die Arbeit ist ähnlich, Takt und Schichtmodell unterscheiden sich:
| Branche | Typische Rollen | Worauf Bewerber achten | Mehr dazu |
|---|---|---|---|
| Logistikdienstleister, Speditionen | Fachkraft für Lagerlogistik, Staplerfahrer, Kommissionierer | feste Schichtgruppen, Übernahme aus Zeitarbeit | Fachkräfte in Logistik und Transport |
| Großhandel | Lagerist, Kommissionierer, Tourenbeladung | früher Start, Hebehilfen, Saisonspitzen | Fachkräfte im Großhandel |
| Produktion mit Werkslager | Fachkraft für Lagerlogistik, Staplerfahrer für die Linienversorgung | Tarif, Zuschläge, Schicht im Takt der Fertigung | Fachkräfte in der Industrie |
| Lebensmittel- und Getränkehandel, Zentrallager | Kommissionierer, Staplerfahrer, Wareneingang | Nachtanteil, Kühlbereich, Wochenenden | Fachkräfte im Lebensmitteleinzelhandel |
| Lebensmittelindustrie | Lagerist, Staplerfahrer, Versand | Hygieneregeln, Kühlung, Schichtrhythmus | Fachkräfte in der Lebensmittelindustrie |
| Verpackung und Druck | Lagerist für Rohstoffe und Fertigware, Staplerfahrer | Dreischicht, schwere Rollen, Gerätepark | Fachkräfte in Verpackung und Druck |
| E-Commerce-Fulfillment | Kommissionierer, Packer, Retouren | Planbarkeit, Übernahme nach der Saison | – |
Alle Branchen stehen in der Branchenübersicht, Ansätze zur Digitalisierung im Beitrag Fachkräftemangel in der Logistik.
Warum ist es so schwer, Lagermitarbeiter zu finden?
Lagermitarbeiter zu finden ist schwer, obwohl die Bundesagentur für Arbeit Lager-Fachkräfte nicht als Engpassberuf führt. Knapp sind Bewerber, die Schicht, Anfahrt und Gerät mitbringen und bleiben.
Der Lagerarbeitsmarkt in Zahlen
Die Konkurrenz sitzt nebenan. Spedition, Großhändler und Werk suchen im selben Gewerbegebiet, und das Werk zahlt mehr: Laut Entgeltatlas verdienen Lagerhelfer im produzierenden Gewerbe im Median 3.356 Euro, in Handel, Verkehr und Lagerei 2.948 Euro.
Schicht und Nacht schrecken ab. Laut Statistischem Bundesamt leistete 2024 in Lagerei und sonstigen Verkehrsdienstleistungen fast jeder fünfte Erwerbstätige Nachtarbeit (18,6 Prozent), doppelt so viele wie im Schnitt aller Branchen (9,3 Prozent).
Das Lager liegt im Gewerbegebiet. Ohne Auto oder Bus zur Schichtzeit ist die Stelle für viele Arbeitsuchende nicht erreichbar.
Zeitarbeit dreht die Tür. Gut jeder dritte Leiharbeitnehmer arbeitet laut Bundesagentur in einem Verkehrs- oder Logistikberuf (213.000 von 622.000, eigene Berechnung), mehr als jeder zweite als Helfer. Wer sein Lager überwiegend über Verleiher besetzt, sucht jedes Jahr neu.
Die Logistik ist laut Bundesvereinigung Logistik mit mehr als drei Millionen Beschäftigten der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland. Der Fachkräftemangel in der Logistik zeigt sich im Lager als Fluktuation, abgesagte Probetage und halb besetzte Schichten. Wie Du Deine Stelle einschätzt, erklärt der Ratgeber zur Besetzbarkeit.
Was verdient ein Lagermitarbeiter? Gehalt, Zuschläge und Schichtregeln
Ein Lagerhelfer in Vollzeit verdient laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Median 2.897 Euro brutto im Monat, eine Lager-Fachkraft 3.382 Euro (Stichtag 31. Dezember 2025). Dazu kommen Schichtzuschläge, die bis zu festen Sätzen lohnsteuerfrei sind.
| Rolle | Median | Unteres Quartil | Oberes Quartil |
|---|---|---|---|
| Lagerhelfer, Kommissionierer | 2.897 € | 2.468 € | 3.482 € |
| Fachlagerist, Fachkraft für Lagerlogistik | 3.382 € | 2.861 € | 4.075 € |
| Aufsicht (Lager, Zustellung, Umschlag) | 4.392 € | 3.706 € | 5.369 € |
| Führung (Lager, Zustellung, Umschlag) | 5.281 € | 4.170 € | 6.480 € |
Die Untergrenze bildet der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde, ab 1. Januar 2027 14,60 Euro. Den Median für Deine Region zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.
Nachtarbeit und Zuschläge: Rechtsstand Oktober 2026
Nachtarbeit ist nach § 2 ArbZG jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Zeit von 23 bis 6 Uhr umfasst. Nachtarbeitnehmer dürfen nach § 6 ArbZG werktäglich acht Stunden arbeiten, zehn nur mit Ausgleich. Sie haben Anspruch auf eine arbeitsmedizinische Untersuchung auf Kosten des Arbeitgebers und ohne Tarifvertrag auf bezahlte freie Tage oder einen angemessenen Zuschlag.
Lohnsteuerfrei sind laut § 3b EStG Nachtzuschläge bis 25 Prozent des Grundlohns für 20 bis 6 Uhr, bis 40 Prozent für 0 bis 4 Uhr bei Schichtbeginn vor Mitternacht, Sonntagszuschläge bis 50 und Feiertagszuschläge bis 125 Prozent, gerechnet auf höchstens 50 Euro Grundlohn je Stunde. Die im Koalitionsvertrag angekündigte wöchentliche Höchstarbeitszeit ist noch nicht in Kraft.
Rechenbeispiel: Bei 3.382 Euro Monatslohn und 40 Wochenstunden liegt der Grundlohn bei rund 19,50 Euro. Eine Schicht von 22 bis 6 Uhr bringt mit den steuerfreien Höchstsätzen vier Stunden zu 25 und vier zu 40 Prozent, also 2,6 Stundenlöhne oder rund 50 Euro je Nacht. Bei vier Nächten pro Woche sind das rund 880 Euro im Monat, laut § 3b EStG ohne Lohnsteuer.
Zeitarbeit in der Logistik: Regeln, Saisonspitzen, Übernahme
Zeitarbeit gehört zur Logistik wie zu keiner anderen Berufsgruppe, mit 213.000 Leiharbeitnehmern in Verkehrs- und Logistikberufen laut Bundesagentur. Für Saisonspitzen wie Weihnachtsgeschäft oder Gartensaison passt sie. Für den Stamm setzt das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz Grenzen:
- Gleichstellung: Leiharbeitnehmer haben Anspruch auf die Arbeitsbedingungen und das Entgelt vergleichbarer Stammbeschäftigter (§ 8 Absatz 1 AÜG). Ein Tarifvertrag darf beim Entgelt nur neun Monate abweichen oder muss bis spätestens zum 15. Monat stufenweise heranführen (§ 8 Absatz 4).
- Höchstdauer: 18 Monate beim selben Entleiher, abweichend nur per Tarifvertrag der Einsatzbranche (§ 1 Absatz 1b).
- Übernahme: Einstellungsverbote sind unwirksam, eine angemessene Vermittlungsvergütung ist zulässig (§ 9 Absatz 1 Nummer 3).
- Unterweisung: Sie ist Pflicht des Entleihers, also Deine (§ 12 Absatz 2 Arbeitsschutzgesetz).
Was erwarten Lagermitarbeiter von einem Arbeitgeber?
Lagermitarbeiter erwarten planbare Schichten, eine machbare Anfahrt und einen festen Vertrag. In Erstgesprächen hören wir immer wieder dieselben Punkte:
- Planbare Schichten: ein Plan zwei Wochen im Voraus, feste Schichtgruppen, keine kurzfristigen Samstage.
- Anfahrt: Fahrgemeinschaft, Werksbus oder Deutschlandticket Job. Laut IHK Köln zahlt der Mitarbeiter bei 63 Euro Ausgabepreis und mindestens 25 Prozent Arbeitgeberzuschuss 44,10 Euro im Monat; der Zuschuss ist nach § 3 Nummer 15 EStG steuerfrei.
- Übernahme aus Zeitarbeit: ein unbefristeter Vertrag mit festem Datum.
- Staplerschein bezahlt: Bewerber ohne Schein erwarten, dass Du den Lehrgang übernimmst. Ein dreitägiger Kurs kostet bei großen Bildungsanbietern ab rund 360 Euro zuzüglich Umsatzsteuer (Stand Oktober 2026).
- Hebehilfen: Nach § 2 Lastenhandhabungsverordnung musst Du gefährliches Heben möglichst durch Organisation oder Technik vermeiden. Vakuumheber und elektrische Hubwagen sind deshalb auch ein Argument.
- Einarbeitung: ein fester Ansprechpartner und eine Einweisung in Scanner und Lagerverwaltungssystem.
Lagermitarbeiter finden: die 8 Wege
Lagermitarbeiter findest Du über acht Wege: Empfehlung, Jobbörsen, Social Recruiting, Agentur oder Vermittlung, Zeitarbeit, Quereinsteiger mit Staplerschein, Ausbildung und Rückgewinnung. Jeder erreicht eine andere Gruppe.
1. Mitarbeiterempfehlung
- Für wen
- jede Lagerrolle
- Kosten
- Prämie je Einstellung
- Dauer
- Tage bis Wochen
- Typischer Fehler
- Die Prämie wird am ersten Tag ausgezahlt. Zahl sie in zwei Raten, bei Einstellung und nach der Probezeit.
Lagerteams sind Netzwerke aus Nachbarn, Familien und früheren Kollegen. Wer empfohlen wird, kennt Schicht und Anfahrt schon. Frag in jeder Schichtbesprechung danach, auch bei Leiharbeitern im Team.
2. Jobbörsen und Arbeitsagentur
- Für wen
- aktiv Suchende
- Kosten
- Anzeigenpreis je Laufzeit, Agentur kostenlos
- Dauer
- Wochen
- Typischer Fehler
- Die Anzeige heißt „Lagermitarbeiter gesucht“ und nennt weder Schicht noch Gehalt noch Gerät.
Indeed, StepStone und die Jobsuche der Bundesagentur erreichen Menschen, die gerade suchen. Hier kommen mehr Bewerbungen an als in vielen Handwerksberufen, doch viele passen nicht zu Schicht, Ort oder Gerät.
3. Social Recruiting im Pendelradius
- Für wen
- Beschäftigte im Umkreis, auch ohne Jobsuche
- Kosten
- 600 bis 1.500 € Werbebudget je Stelle und Monat
- Dauer
- erste Bewerbungen nach Tagen
- Typischer Fehler
- Der Radius wird um die Stadt gezogen statt um die Fahrtzeit zum Lager zur Schichtzeit.
Viele gute Lagermitarbeiter arbeiten im Lager nebenan und lesen keine Stellenanzeigen, scrollen aber in der Pause durch Facebook, Instagram oder TikTok. Eine Anzeige mit einem kurzen Video aus Deiner Halle und klaren Angaben zu Schicht und Gehalt erreicht sie dort, begrenzt auf den Pendelradius. Wie Du startest, steht im Leitfaden zum Social Recruiting, die Kosten in Was kostet Social Recruiting. Fehlt Dir die Zeit, übernimmt eine Social Recruiting Agentur Kampagne und Rückrufe.
4. Recruiting Agentur oder Personalvermittlung
- Für wen
- Schicht- und Lagerleitung, mehrere Stellen
- Kosten
- Pauschale oder Honorar je Einstellung
- Dauer
- Wochen
- Typischer Fehler
- Für Helferstellen ein Honorar vereinbaren, das sich an Führungskräften orientiert.
Eine Personalvermittlung stellt Kandidaten aus ihrer Kartei vor und berechnet meist einen Anteil am Jahresgehalt, was sich für die Lagerleitung rechnen kann, für Helfer selten. Eine Recruiting Agentur gewinnt neue Bewerber über eigene Kampagnen und prüft sie vor.
5. Zeitarbeit mit Übernahme
- Für wen
- Saisonspitzen, Urlaub, Anlaufphasen
- Kosten
- Stundensatz über dem Lohn, Vermittlungsvergütung
- Dauer
- Tage
- Typischer Fehler
- Die Dauerstelle über Jahre mit wechselnden Leiharbeitern besetzen.
Zeitarbeit ist schnell, und Du lernst Menschen im Alltag kennen, bevor Du sie einstellst. Plane die Übernahme von Anfang an und regle die Vermittlungsvergütung schon im Überlassungsvertrag.
6. Quereinsteiger mit bezahltem Staplerschein
- Für wen
- Helfer, Quereinsteiger aus Handel und Gastronomie
- Kosten
- Lehrgang ab 360 € zzgl. USt plus drei Arbeitstage
- Dauer
- Stapler nach Lehrgang und Einweisung
- Typischer Fehler
- Den Lehrgang zahlen und den schriftlichen Auftrag vergessen.
Viele Kommissionierer bringen Zuverlässigkeit und Schichterfahrung mit, aber keinen Staplerschein. Biete ihn als Teil der Stelle an. Für Arbeitsuchende kann die Agentur für Arbeit die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III fördern.
7. Ausbildung zum Fachlageristen oder zur Fachkraft für Lagerlogistik
- Für wen
- Schulabgänger, Erwachsene, erfahrene Helfer
- Kosten
- Ausbildungsvergütung, Ausbilderzeit
- Dauer
- zwei bis drei Jahre
- Typischer Fehler
- Nur auf Schulabgänger setzen. Erfahrene Helfer kommen über die Externenprüfung schneller zum Abschluss.
Eigene Ausbildung baut den Stamm für die nächsten Jahre. Erwachsene qualifizieren sich über die sieben Teilqualifikationen, erfahrene Helfer über die Zulassung zur Prüfung nach § 45 Berufsbildungsgesetz.
8. Rückgewinnung ehemaliger Mitarbeiter und Saisonkräfte
- Für wen
- frühere Mitarbeiter, Aushilfen, Saisonkräfte
- Kosten
- Zeit für Anrufe
- Dauer
- Tage
- Typischer Fehler
- Die Kontakte der Saisonkräfte nach Weihnachten nicht pflegen. Im Oktober beginnt die Suche bei null.
Wer schon bei Dir gearbeitet hat, kennt Halle, Scanner und Team. Frag beim Austritt, ob Du Dich wieder melden darfst, und halte die Liste aktuell.
Die 8 Wege im Vergleich: Kosten, Zeit, Eignung
Am wenigsten kosten Empfehlung, Arbeitsagentur und Rückgewinnung, am schnellsten zum Gespräch führen Social Recruiting und Zeitarbeit:
| Weg | Wen Du erreichst | Kosten | Bis zum Gespräch | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Empfehlung | Bekanntenkreis des Teams | Prämie je Einstellung | Tage bis Wochen | jede Rolle, begrenzte Stückzahl |
| Jobbörsen, Arbeitsagentur | aktiv Suchende | Anzeigenpreis, Agentur kostenlos | Wochen | Helfer, Ergänzung |
| Social Recruiting | Beschäftigte im Pendelradius | 600 bis 1.500 € Werbebudget je Stelle und Monat plus Zeit oder Agentur | Tage | Dauerstellen, Fachkräfte, Staplerfahrer |
| Recruiting Agentur, Personalvermittlung | Kampagnen oder Kartei | Pauschale oder Honorar je Einstellung | Wochen | Lagerleitung, mehrere Stellen |
| Zeitarbeit mit Übernahme | Pool des Verleihers | Stundensatz über dem Lohn | Tage | Saisonspitzen, Urlaub |
| Staplerschein für Quereinsteiger | Helfer, Quereinsteiger | ab 360 € zzgl. USt plus Arbeitszeit | sofort | Staplerfahrer aus dem eigenen Team |
| Ausbildung, Teilqualifizierung | Schulabgänger, Erwachsene | Vergütung, Ausbilderzeit | Abschluss nach Jahren | Fachkräfte von morgen |
| Rückgewinnung | Ehemalige, Saisonkräfte | Zeit | Tage | Saisonspitzen |
Die günstigen Wege laufen deshalb immer mit. Für offene Dauerstellen erreicht Social Recruiting wechselbereite Lagermitarbeiter im Umkreis am schnellsten, Zeitarbeit deckt Spitzen, Staplerschein und Ausbildung bauen den Stamm. Alle Kanäle auch außerhalb des Lagers vergleicht der Leitfaden zur Mitarbeitergewinnung.
Stellenanzeige für Lagermitarbeiter: was in die erste Zeile gehört
Eine gute Stellenanzeige für Lagermitarbeiter nennt in der ersten Zeile Schicht, Gehalt, Gerät und Ort. Aufgabenlisten wie „Ein- und Auslagerung von Waren“ kennen Bewerber aus jeder Anzeige.
Die Zahlen setzt Du für Dein Unternehmen ein, und jede muss im Vertrag halten. Drei Regeln für die Ansprache:
- Echte Halle, echte Kollegen. Ein Handyvideo, in dem eine Kollegin ihre Schicht beschreibt, wirkt stärker als jedes Stockfoto.
- Die Sprache des Lagers. „Kommissionieren mit Scanner“ statt „Mitarbeiter Intralogistik“. Nenn die Suchbegriffe: Lagermitarbeiter, Lagerist, Lagerhelfer, Staplerfahrer, Kommissionierer.
- Eine kurze Bewerbung. Name, Telefon, Wohnort, Wunschschicht, Staplerschein ja oder nein.
Weitere Zeilen in Du-Form: „Bei uns weißt Du am Donnerstag, wie Deine nächste Woche aussieht.“ „Du kommst aus der Zeitarbeit? Wir stellen unbefristet ein.“ Den Aufbau Satz für Satz zeigt der Leitfaden zum Schreiben von Stellenanzeigen.
Bewerbungsprozess: Telefoninterview, Prüfpunkte und Probetag
Der Bewerbungsprozess für Lagermitarbeiter muss in wenigen Tagen durchlaufen sein, denn Bewerber bewerben sich oft bei mehreren Lagern im selben Gewerbegebiet. Ruf am selben oder nächsten Tag zurück, bei Schichtarbeitern zum Schichtwechsel oder am frühen Abend.
Telefoninterview mit Checkliste. Zehn bis 15 Minuten reichen:
- Schichtbereitschaft: Früh, Spät, Nacht, Samstage, dauerhaft oder nur in der Saison
- Anfahrt: Wohnort, Auto oder Bus, Fahrtzeit zum Schichtbeginn
- Staplerschein: für welche Geräte, wann zuletzt gefahren
- Lagerverwaltungssystem und Scanner: welches System, Pick-by-Scan oder Pick-by-Voice
- Deutschkenntnisse: genug für Sicherheitsunterweisung und Anweisungen der Schichtleitung
- Gehaltsvorstellung, Kündigungsfrist, Starttermin und Wechselgrund
Die Deutschkenntnisse sind kein Selbstzweck: Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz musst Du ausreichend und angemessen unterweisen, die Berufsgenossenschaft BGW empfiehlt dafür verständliche Sprache. Reicht das Deutsch noch nicht, unterweise mit Bildern oder einem Kollegen, der dieselbe Sprache spricht.
Probetag in derselben Woche. Ein halber Tag in der Schicht zeigt Tempo und Sorgfalt. Laut Bundessozialgericht sind Bewerber auch an einem unbezahlten Probearbeitstag gesetzlich unfallversichert (Urteil vom 20. August 2019, B 2 U 1/18 R). Stapler fährt am Probetag nur, wer den Nachweis mitbringt und schriftlich beauftragt ist. Kläre vorher, ob Du den Tag bezahlst.
Zusage innerhalb von zwei Tagen mit Vertrag, Starttermin, Schichtgruppe und Ansprechpartner. Zeitvorgaben für jeden Schritt nennt der Leitfaden zum Recruiting-Prozess.
Praxisbeispiel: Wie Plantas Germany vier Lageristen einstellte
Die Plantas Germany GmbH, ein international tätiger Pflanzengroßhandel, hat über das Candidate Flow® System vier Lageristen eingestellt; auf die Kampagne kamen 60 qualifizierte Bewerbungen. Zeitungsanzeigen und die Suche im Internet hatten zuvor vor allem wenig qualifiziertes Personal gebracht. Viele Bewerber kamen direkt aus dem Umfeld des Unternehmens. Mehr dazu in der Fallstudie zu Plantas Germany und unter Plantas Germany GmbH.
„Durch die Neueinstellungen haben wir mehr Stabilität für die Saison und können mit weniger Sorgen nach vorne blicken.“
Oliver Kessel, Geschäftsführer der Plantas Germany GmbH
Auch außerhalb der Logistik werden Lageristen gesucht: Die hmb hanseatic messebau GmbH erhielt 13 Bewerbungen und stellte einen Lageristen ein.
So läuft das Candidate Flow® System ab: Wir schalten die Kampagnen, führen die Telefonate mit den Bewerbern, prüfen Qualifikation, Eignung, Wechselmotivation, Gehaltsvorstellung und Verfügbarkeit und terminieren die Vorstellungsgespräche. Bei Lagerstellen gehören Schicht, Anfahrt und Staplerschein dazu. Das Unternehmen führt das Gespräch und entscheidet. Die erste Einstellung erfolgt im Schnitt nach 23 Tagen; in den öffentlich dokumentierten Fällen kommen auf eine Einstellung 6,8 Bewerbungen (Ergebnisse). Candidate Flow® ist das Recruiting-System für den Mittelstand und besetzt Stellen in über 50 Branchen. Im Candidate Flow® Pool stehen über 210.000 Kandidaten. Den Ablauf für andere Positionen zeigt die Seite Mitarbeiter finden.
Dazu gibt es eine Einstellungs- und Probezeitgarantie: Einstellung in 30 Tagen, schriftlich garantiert. Umfang und Bedingungen vereinbaren wir individuell und halten sie vor dem Start schriftlich im Vertrag fest.
Was kostet es, Lagermitarbeiter zu finden?
Was es kostet, Lagermitarbeiter zu finden, reicht von der Empfehlungsprämie bis zum laufenden Aufschlag in der Zeitarbeit. Drei Rechenwege mit belegten Zahlen:
Jahreslohn als Basis: Der Median einer Lager-Fachkraft von 3.382 Euro ergibt laut Entgeltatlas 40.584 Euro brutto im Jahr ohne Sonderzahlungen, bei Helfern 34.764 Euro. Darauf rechnest Du jedes Honorar, das am Jahresgehalt hängt.
Staplerschein: ab rund 360 Euro zuzüglich Umsatzsteuer bei großen Bildungsanbietern, dazu drei Arbeitstage. Bei einem Helfer mit rund 16,70 Euro Stundenlohn sind das rund 400 Euro Lohn.
Social Recruiting selbst gemacht: 600 bis 1.500 Euro Werbebudget je Stelle und Monat laut unserem Leitfaden zum Social Recruiting, dazu drei bis fünf Stunden pro Woche für Video, Kampagne und Rückrufe.
Die größte Position steht in keiner Rechnung: Fehlt eine Vollzeitkraft, trägt das Team rund 40 Stunden pro Woche zusätzlich, und jede Überlastung erhöht das Risiko der nächsten Kündigung.
Beim Candidate Flow® System gilt ein fester Preis. Er hängt von der Zahl der Stellen, den Positionen und Deiner Ausgangslage ab und steht fest, bevor Du Dich entscheidest.
5 Fehler, die Unternehmen Lager-Bewerber kosten
Fünf vermeidbare Fehler kosten bei der Suche nach Lagermitarbeitern die meisten Bewerber:
- Schichtmodell verschweigen. Die Anzeige verspricht „flexible Arbeitszeiten“, das Gespräch bringt Wechselschicht. Folge: Absage des Probetags oder Kündigung in der ersten Woche.
- Rückruf nach drei Tagen. Folge: Der Bewerber hat im Lager nebenan schon zugesagt.
- Staplerschein ungeprüft. Am ersten Tag fehlt der Nachweis. Folge: Er darf nicht fahren, die Schicht bleibt unterbesetzt.
- Am ersten Tag allein lassen. Niemand weist ein. Folge: Der Neue kommt am zweiten Tag nicht wieder.
- Nur über Zeitarbeit planen. Folge: Die besten Leiharbeiter gehen zu dem Unternehmen, das ihnen einen festen Vertrag anbietet.
Lagermitarbeiter halten: Bindung ab dem ersten Tag
Lagermitarbeiter bleiben, wenn Schicht, Einarbeitung und Entwicklung so sind wie im Gespräch versprochen.
- Erster Tag vorbereitet: Sicherheitsschuhe in der richtigen Größe, Scanner-Login, Spind, ein Pate aus derselben Schichtgruppe.
- Schichtplan fair: Nächte und Samstage liegen nicht dauerhaft bei den Neuen.
- Entwicklung sichtbar: Staplerschein nach der Probezeit, Prüfung zum Fachlageristen, Schichtleitung für Fachkräfte.
- Gespräch nach 30 und 90 Tagen: Kleine Korrekturen verhindern Kündigungen in der Probezeit.
Viele Ansätze aus Mitarbeiterbindung im Handwerk gelten im Lager genauso. Andere Rollen behandeln Elektroniker finden, Servicetechniker finden und Fachkräfte finden im Mittelstand.
Fazit
Lagermitarbeiter finden betrifft Logistik, Großhandel, Produktion, Lebensmittel- und Onlinehandel zugleich, und laut Bundesagentur fehlen weniger Arbeitsuchende als Bewerber, die Schicht, Anfahrt und Gerät mitbringen. Erfolgreich sind Unternehmen, die Schicht, Gehalt, Gerät und Anfahrt in der ersten Zeile nennen, Beschäftigte im Pendelradius aktiv ansprechen, Zeitarbeit für Spitzen nutzen und den Stamm mit Staplerschein und Ausbildung aufbauen. Danach entscheidet das Tempo vom Rückruf über den Probetag bis zur Zusage.
Lagermitarbeiter finden lassen?
Die Suche nach Lagermitarbeitern kannst Du abgeben: Wir übernehmen den Teil bis zum Vorstellungsgespräch, Du führst die Gespräche und entscheidest. Ob Deine Stelle in Deiner Region besetzbar ist, klärt der Kurzcheck in 60 Sekunden.
Unverbindlich · schriftliche Einstellungs- und Probezeitgarantie · 2-fach TÜV-geprüft
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich vom 26. Juli 2004, §§ 2 und 6; in Kraft laut BIBB-Berufesuche.
- BIBB: TQ-Berufsset Fachkraft für Lagerlogistik, bestätigt Juni 2026: sieben Teilqualifikationen, 104 bis 157 Wochen.
- Bundesministerium der Justiz: § 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz.
- DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“, § 7: Wortlaut bei der BGN und bei Haufe (schriftlicher Auftrag).
- DGUV Grundsatz 308-001: Ausgabe 12/2022 und Entwurf der Neufassung (DGUV Fachbereich Handel und Logistik).
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Engpassanalyse 2025, Werte für Lagerwirtschaft, Aufsicht und Berufskraftfahrer.
- Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025, Vollzeit (Kerngruppe): Median, Quartile und Beschäftigte der Lagerwirtschaft nach Anforderungsniveau und Branche.
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Entwicklungen in der Zeitarbeit, Januar 2026, Daten Juni 2025.
- Statistisches Bundesamt: Atypische Arbeitszeiten, 28. April 2025 (Daten 2023).
- Statistisches Bundesamt: Knapp 4,0 Millionen Erwerbstätige leisten Nachtarbeit, 24. März 2026 (Daten 2024).
- Bundesvereinigung Logistik: Umsatz und Beschäftigung, Stand 11. Februar 2026.
- Bundesministerium der Justiz: § 2 und § 6 Arbeitszeitgesetz; Deutscher Bundestag: Drucksache 21/3703 vom 19. Januar 2026 zur geplanten wöchentlichen Höchstarbeitszeit.
- Bundesministerium der Justiz: § 3b und § 3 Nummer 15 EStG; Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung vom 5. November 2025.
- Bundesministerium der Justiz: Arbeitnehmerüberlassungsgesetz § 1, § 8 und § 9; § 12 Arbeitsschutzgesetz; § 2 Lastenhandhabungsverordnung; § 81 SGB III.
- BGW: Fragen und Antworten zur DGUV Vorschrift 1 (Unterweisung in verständlicher Sprache).
- Legal Tribune Online: Bericht zum BSG-Urteil vom 20. August 2019, B 2 U 1/18 R (Sekundärquelle).
- IHK Köln: Deutschlandticket für Unternehmen.
- TÜV NORD Akademie (Bildungsanbieter): Gabelstaplerfahrer-Ausbildung, Stand Oktober 2026 (Sekundärquelle).
- Eigene Angaben der Candidate Flow® GmbH: Fallstudie Plantas Germany, Ergebnisse, Werbebudget aus dem Leitfaden zum Social Recruiting.

Über den Autor
Gian-Marco BlumGeschäftsführerGian-Marco Blum ist Geschäftsführer der Candidate Flow® GmbH in Düsseldorf. Im Blog schreibt er über Recruiting und Fachkräftegewinnung: Social Recruiting, Arbeitgebermarke, Bewerbungsprozesse und das, was sich aus über 5.000 Partnerunternehmen gelernt hat.


