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Recruiting Video drehen: So überzeugt Dein Video Fachkräfte, mit Checkliste und Fehlern

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Ein Recruiting Video, auch Recruitingvideo oder Arbeitgeberfilm, ist ein kurzer Film, in dem echte Mitarbeitende Arbeit, Team und Bedingungen einer Stelle zeigen. Für Anzeigen reichen 30 bis 60 Sekunden im Hochformat mit Untertiteln.

Die meisten Recruiting Videos scheitern am Einstieg, am fehlenden nächsten Schritt oder daran, dass sie nie bei Fachkräften ankommen. Wer ein Recruiting Video drehen will, findet in diesem Ratgeber 12 Tipps für den Dreh, eine Checkliste für den Drehtag, Formate je Kanal, die Rechtslage zu Einwilligung und Musik und die 7 häufigsten Fehler.

Stand: 24. Oktober 2026 · Plattformvorgaben prüfen wir quartalsweise, amtliche Zahlen jährlich im Dezember.

Mitarbeiterin filmt einen Kollegen mit dem Smartphone in der Werkstatt für ein Recruiting Video

Kurzfassung

  • Ein Recruiting Video zeigt echte Mitarbeitende bei echter Arbeit und beantwortet die Fragen, die sich eine Fachkraft vor einem Wechsel stellt. Es ist kein Imagefilm für Kunden.
  • Länge: Für Anzeigen reichen 30 bis 60 Sekunden im Hochformat mit Untertiteln, für Karriereseite und YouTube eine bis zwei Minuten.
  • Die ersten Sekunden zeigen die Arbeit selbst. Logo, Firmengeschichte und Drohnenflug kommen später oder gar nicht.
  • Rechtlich brauchst Du die Einwilligung jeder gefilmten Person, bei Beschäftigten laut Bundesarbeitsgericht schriftlich. Musik muss für Werbung lizenziert sein.
  • Gemessen wird an Bewerbungen und Einstellungen. Aufrufe zeigen nur, ob der Einstieg trägt.

Was ist ein Recruiting Video? Definition und Abgrenzung

Ein Recruiting Video ist ein kurzer Film, mit dem ein Unternehmen Fachkräfte oder Auszubildende für offene Stellen gewinnt, indem es Tätigkeit, Team und Arbeitsbedingungen zeigt.

Recruiting Video (auch Recruitingvideo, Recruitingfilm, Arbeitgeberfilm oder Recruitment Video) bezeichnet einen Film, in dem Mitarbeitende eines Unternehmens zeigen und erzählen, was sie jeden Tag tun, mit wem sie arbeiten und warum sich der Wechsel lohnt. Er richtet sich an künftige Kolleginnen und Kollegen und läuft in Anzeigen, in Stellenanzeigen, auf der Karriereseite und auf YouTube.

Im Alltag werden mehrere Formate unter dem Begriff zusammengefasst. So grenzen sie sich ab:

  • Imagefilm: richtet sich an Kunden und zeigt Produkte, Leistungen und Referenzen. Für Bewerber beantwortet er die wichtigsten Fragen nicht: Was mache ich hier, mit wem und zu welchen Bedingungen?
  • Employer-Branding-Film: zeigt Werte und Kultur des Arbeitgebers ohne Bezug zu einer bestimmten Stelle. Er stärkt die Arbeitgebermarke, bringt aber selten direkt Bewerbungen. Mehr dazu im Ratgeber Employer Branding.
  • Video-Stellenanzeige: ein Recruiting Video zu genau einer Stelle, eingebunden in die Stellenanzeige oder als Anzeige ausgespielt.
  • Azubi-Video (Ausbildungsvideo): Auszubildende und Ausbilder erzählen, wie die Ausbildung im Unternehmen abläuft. Es spricht Schulabgänger und oft auch deren Eltern an.
  • Mitarbeiter-Clip: ein kurzes Smartphone-Video, in dem eine Person eine Frage beantwortet. Günstig, schnell und gut geeignet, um Anzeigen zu testen.

Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie Du ein Recruiting Video planst, drehst, einsetzt und misst. Wenn Du den Film lieber mit einem Profi-Team drehen lassen willst, findest Du Ablauf und Beispiele aus echten Drehs auf unserer Seite Recruiting Video.

Warum wirkt ein Recruiting Video? Die Zahlen 2026

Ein Recruiting Video wirkt, weil es Fachkräfte dort erreicht, wo sie täglich sind, und ihnen vor der Bewerbung zeigt, wie die Stelle wirklich aussieht. Die meisten Fachkräfte haben einen Job und öffnen keine Jobbörse; in sozialen Netzwerken sehen sie Dein Video trotzdem.

Recruiting Video in Zahlen

63 %nutzen soziale Netzwerke wöchentlichMenschen ab 14 Jahren in Deutschland, Instagram 40 %, Facebook 31 %, TikTok 20 % (ARD/ZDF-Medienstudie 2025)
52 %der Neueinstellungen über Online-Medienentscheidender Suchweg 2025, 2024 waren es 47 % (IAB-Stellenerhebung, Juni 2026)
56 %der Handwerksunternehmensind in sozialen Medien präsent oder werben dort, 2022 waren es 40 % (Bitkom Research, Oktober 2025)
167 TageVakanzzeitüber alle Berufe 2025, im Handwerk 242 Tage (Bundesagentur für Arbeit, September 2026)

Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen 63 Prozent der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland soziale Netzwerke mindestens wöchentlich. Gleichzeitig verlagert sich die Personalsuche ins Netz: Laut IAB-Stellenerhebung waren Online-Medien 2025 bei 52 Prozent der Neueinstellungen der entscheidende Suchweg.

Viele Unternehmen sind dort bereits unterwegs. Laut Bitkom Research sind 56 Prozent der Handwerksunternehmen in sozialen Medien präsent oder werben dort. Neben dem Mitbewerber, dessen Monteur in 40 Sekunden zeigt, wie sein Tag aussieht, hat eine Szene aus der Bilddatenbank einen schweren Stand.

Eine Einschränkung gehört dazu: Unabhängige Studien, die für Deutschland messen, wie viel mehr Bewerbungen ein Video gegenüber einer Bildanzeige bringt, gibt es nicht. Prozentangaben von Agenturen, etwa 150 Prozent mehr Bewerbungen nach einem Video, beruhen auf Einzelfällen und lassen sich nicht nachprüfen. Belastbar ist, was Du in Deiner eigenen Kampagne misst; wie das geht, steht im Abschnitt Erfolg messen.

Welche Arten von Recruiting Videos gibt es? 6 Formate mit Beispielen

Es gibt sechs gängige Formate von Recruiting Videos, die sich in Länge, Aufwand und Einsatz unterscheiden. Für eine Kampagne brauchst Du selten alle; meist reichen ein Arbeitgeberfilm und zwei bis drei kurze Fassungen daraus.

FormatLängeInhaltAufwandAm besten für
Arbeitgeberfilm1 bis 2 Minutenmehrere Mitarbeitende, Arbeitsplätze, Chefin oder Chefein Drehtag plus SchnittKarriereseite, YouTube, Stellenanzeige
Anzeigen-Clip im Hochformat15 bis 60 Sekundeneine Tätigkeit, eine Botschaft, Untertitelaus dem Arbeitgeberfilm geschnittenAnzeigen auf Facebook, Instagram, TikTok
Mitarbeiterstimme30 bis 60 Sekundeneine Person beantwortet zwei bis drei Frageneine Stunde mit SmartphoneVarianten testen, schnelle Kampagnen
Ein Tag mit …60 bis 90 SekundenArbeitstag einer Person von Schichtbeginn bis Feierabendein halber bis ganzer DrehtagBerufe, die von außen schwer vorstellbar sind
Azubi-Video60 bis 90 SekundenAuszubildende und Ausbilder, Lehrwerkstatt, Berufsschuleein DrehtagAusbildungsplätze, Schulen, Messen
Video der Geschäftsführung20 bis 45 SekundenChefin oder Chef stellt die Stelle persönlich vorwenige Minutenkleine Unternehmen, Führungs- und Schlüsselstellen

Die Längen sind Erfahrungswerte aus Kampagnen, keine Vorgaben der Plattformen. Gute Beispiele haben eines gemeinsam: Man sieht in den ersten Sekunden die Arbeit. Ein Elektroniker verdrahtet einen Schaltschrank, eine Abschleppfahrerin sichert nachts einen Pannenwagen auf der Autobahn, ein Zimmerer richtet einen Dachstuhl. Fertige Filme aus sechs Unternehmen, von der Zimmerei bis zum Maschinenbau, zeigen wir unter Beispiele aus unseren Drehs.

Recruiting Video selbst drehen: 12 Tipps

Ein gutes Recruiting Video entsteht aus Planung, nicht aus Technik. Mit einem aktuellen Smartphone, einem Ansteckmikrofon und einem freien Vormittag kannst Du einen brauchbaren Film drehen, wenn Du diese zwölf Punkte beachtest.

1. Eine Stelle, eine Person im Kopf

Leg vor dem Dreh fest, wen Du erreichen willst: zum Beispiel einen Anlagenmechaniker mit drei Jahren Berufserfahrung, der 30 Kilometer entfernt wohnt und bei einem Großbetrieb arbeitet. Für diese Person wählst Du Szenen und Sätze aus. Ein Video für alle Stellen gleichzeitig spricht niemanden konkret an.

2. Die Arbeit in den ersten drei Sekunden

In Anzeigen entscheidet der Anfang, ob jemand weiterschaut. Beginne mit der Tätigkeit selbst: Hände am Werkstück, Fahrzeug auf der Baustelle, Kollegin am Kunden. Logo, Firmengebäude von außen und Drohnenaufnahmen verbrauchen genau die Sekunden, in denen der Daumen weiterwischt.

3. Echte Mitarbeitende statt Sprecher

Fachkräfte wollen sehen, mit wem sie arbeiten. Kolleginnen und Kollegen, die in eigenen Worten erzählen, wirken glaubwürdiger als jeder Sprechertext oder Schauspieler. Frag im Team, wer gern vor die Kamera geht; zwingen solltest Du niemanden, auch rechtlich nicht.

4. Fragen statt Drehbuch

Auswendig gelernte Sätze klingen auswendig gelernt. Stell stattdessen Fragen und lass frei antworten. Bewährt haben sich:

  • Was machst Du hier an einem normalen Tag?
  • Was war der Grund, warum Du zu uns gewechselt bist?
  • Was ist hier anders als bei Deinem letzten Arbeitgeber?
  • Was sollte jemand mitbringen, der bei uns anfängt?
  • Was würdest Du einem Freund sagen, der überlegt, sich zu bewerben?

Die Frage stellst Du hinter der Kamera; im Schnitt bleibt nur die Antwort. Bitte deshalb darum, die Frage in der Antwort aufzugreifen („Bei uns ist anders, dass …“).

5. Fakten zeigen statt versprechen

„Familiäres Arbeitsklima“ und „flache Hierarchien“ stehen in jeder Stellenanzeige. Zeig, was sich zeigen lässt: das Firmenfahrzeug, das Werkzeug, die Arbeitszeiten auf der Tafel, das Team beim gemeinsamen Frühstück. Nenne Fakten, die stimmen, etwa „Freitag um 13 Uhr ist Feierabend“ oder „Kein Bereitschaftsdienst am Wochenende“.

6. Die Chefin oder der Chef für einen Satz

Ein kurzer Auftritt der Geschäftsführung zeigt, wer hinter dem Unternehmen steht und wie geführt wird. Ein bis zwei Sätze reichen, gern mit dem Angebot, dass sich Interessenten direkt melden können.

7. Ton vor Bild

Ein wackliges Bild verzeiht der Zuschauer eher als schlechten Ton. In der Werkstatt, auf der Baustelle oder in der Produktion ist es laut. Ein Ansteckmikrofon am Kragen der sprechenden Person kostet wenig und macht den größten Unterschied. Dreh die Antworten an einem ruhigen Ort und die Arbeitsszenen dort, wo gearbeitet wird.

8. Zuerst im Hochformat drehen

Anzeigen auf Instagram und Facebook laufen vor allem im Hochformat 9:16. Laut Meta-Leitfaden für Werbeanzeigen sollen bei Reels-Anzeigen die oberen 14 Prozent, die unteren 35 Prozent und je 6 Prozent an den Seiten frei von Text und wichtigen Bildteilen bleiben, weil dort Bedienelemente liegen. Dreh deshalb mit etwas Luft um Gesicht und Hände. Für YouTube und Karriereseite brauchst Du zusätzlich Querformat; mit zwei Geräten oder genug Abstand bekommst Du beides aus einem Dreh.

9. Untertitel immer

Viele schauen Videos in der Pause, in der Bahn oder abends neben anderen ohne Ton. Meta empfiehlt Untertitel für Videoanzeigen. Brenne sie für Anzeigen fest ein und halte sie kurz: eine Zeile, große Schrift, im sicheren Bereich.

10. Ein klarer nächster Schritt

Am Ende steht, wie es weitergeht: „Bewirb Dich in einer Minute, ohne Lebenslauf“ oder „Ruf Markus direkt an“. Der Weg dahinter muss auf dem Smartphone funktionieren. Ein Formular mit Pflicht-Lebenslauf verschenkt die Aufmerksamkeit, die das Video aufgebaut hat. Wie Du den Weg vom Klick bis zum Gespräch baust, erklärt der Leitfaden Recruiting-Kampagne.

11. Musik nur mit Lizenz für Werbung

Ein Lied aus dem Radio unter dem Film zu legen, ist in Anzeigen nicht erlaubt, solange Du keine Lizenz für diese Nutzung hast. Meta schließt lizenzierte Musik in Reels-Anzeigen aus und verweist auf die eigene lizenzfreie Sound Collection. Für YouTube und Karriereseite brauchst Du Musik, deren Lizenz Werbung und alle geplanten Kanäle abdeckt. Oft funktioniert der Originalton aus der Werkstatt ohnehin besser.

12. Mehrere Fassungen schneiden und testen

Aus einem Drehtag entstehen mehrere Videos: der Arbeitgeberfilm und zwei bis drei kurze Fassungen mit unterschiedlichem Einstieg, etwa Arbeit, Team oder Chefin. In der Anzeige siehst Du nach einer Woche, welche Fassung die günstigsten Bewerbungen bringt. Plane nach drei bis vier Wochen neue Fassungen ein, weil ein Video in derselben Region an Wirkung verliert, wenn es immer dieselben Menschen sehen.

Checkliste für den Drehtag

Die Checkliste fasst zusammen, was vor, während und nach dem Dreh eines Recruiting Videos erledigt sein muss. Zum Ausdrucken gibt es die Shotlist als PDF mit zehn Motiven und drei Aussagen für einen Vormittag mit dem Smartphone.

Vor dem Dreh

  • Stelle und Zielperson festgelegt, eine Kernbotschaft in einem Satz formuliert
  • Mitwirkende gefragt, schriftliche Einwilligungen für alle geplanten Kanäle vorbereitet
  • Drehorte und Uhrzeiten mit dem Arbeitsablauf abgestimmt, Kunden informiert
  • Arbeitskleidung sauber, fremde Logos, Kundennamen und Kennzeichen aus dem Bild geräumt
  • Bildschirme mit Kunden- oder Personaldaten abgeschaltet oder abgedeckt
  • Sicherheitsregeln eingehalten: Schutzbrille, Gehörschutz, Absturzsicherung, wo sie hingehören

Am Drehtag

  • Akkus geladen, Speicher frei, Flugmodus an, Linse geputzt
  • Ansteckmikrofon getestet, Probeaufnahme angehört
  • Arbeitsszenen im Hochformat und Querformat, jeweils zehn Sekunden ruhig gehalten
  • Antworten an einem ruhigen Ort, Licht von vorn, Augenhöhe
  • Nahaufnahmen von Händen und Werkzeug für den Einstieg
  • Ein Satz der Geschäftsführung und ein klarer Aufruf zur Bewerbung

Nach dem Dreh

  • Arbeitgeberfilm und zwei bis drei kurze Fassungen mit unterschiedlichem Einstieg geschnitten
  • Untertitel geprüft, Schreibweise von Namen und Berufen korrekt
  • Fachlich geprüft: Würde ein Meister des Gewerks die Arbeit genau so zeigen?
  • Mitwirkende haben den Schnitt gesehen, bevor er veröffentlicht wird
  • Bewerbungsweg auf dem Smartphone getestet, bevor die Anzeige startet

Wie lang sollte ein Recruiting Video sein? Formate je Kanal

Ein Recruiting Video für Anzeigen sollte 30 bis 60 Sekunden lang sein, für Karriereseite und YouTube eine bis zwei Minuten. Wichtiger als die Gesamtlänge ist, dass jede Fassung zum Kanal passt, in dem sie läuft.

KanalFormatLängeHinweis
Instagram und Facebook Reels, StoriesHochformat 9:1615 bis 60 SekundenUntertitel, Text außerhalb der Bedienelemente (laut Meta oben 14 %, unten 35 %, seitlich je 6 %)
Facebook- und Instagram-Feed4:5 empfohlen15 bis 60 SekundenUntertitel, Einstieg ohne Logo
TikTokHochformat 9:1615 bis 45 Sekundenpersönlicher Ton, eine Person spricht direkt in die Kamera
YouTubeQuerformat 16:91 bis 2 MinutenTitel mit Beruf und Ort, damit der Film gefunden wird
KarriereseiteQuerformat 16:91 bis 2 Minutenoben auf der Seite, mit Vorschaubild eines Menschen
Stellenanzeigeje nach Portal30 bis 90 Sekundenals Link oder eingebettet, zur ausgeschriebenen Stelle passend

Seitenverhältnisse und sichere Bereiche stammen aus dem Meta-Leitfaden für Werbeanzeigen, Platzierungen Instagram Reels und Facebook-Feed, abgerufen am 24. Oktober 2026. Die Längen sind Erfahrungswerte; die Plattformen erlauben deutlich längere Videos, Aufmerksamkeit bekommst Du dort aber nicht für Minuten.

Recruiting Video in der Stellenanzeige: So bindest Du es ein

Ein Recruiting Video in der Stellenanzeige zeigt vor der Bewerbung, wie die Stelle aussieht, und hebt die Anzeige von Textanzeigen ab, die sonst gleich aussehen. Man spricht dann von einer Video-Stellenanzeige.

So gehst Du vor:

  • Passendes Video wählen: Für die Stellenanzeige eines Elektronikers taugt der Film aus der Werkstatt, nicht der aus dem Vertrieb. Ein Video je Berufsgruppe reicht.
  • Oben platzieren: Das Video gehört über den Aufgabenteil, mit einem Vorschaubild, auf dem ein Mensch bei der Arbeit zu sehen ist.
  • Text und Video abstimmen: Was im Video gesagt wird, muss zur Anzeige passen. Arbeitszeiten, Einsatzgebiet und Fahrzeug dürfen sich nicht widersprechen.
  • Datenschutz beim Einbetten klären: Eingebettete Player laden Inhalte von fremden Servern. Kläre mit Deinem Datenschutzbeauftragten, ob dafür eine Einwilligung im Cookie-Banner nötig ist, oder verlinke auf das Video.
  • Neutral formulieren: Für Stellenausschreibungen gilt § 11 AGG. Sprich im Video deshalb so neutral wie in der Anzeige; Formulierungen wie „junges Team“, Altersangaben oder „Muttersprachler“ gehören weder in den Text noch in den Film.

Wie die Anzeige selbst aufgebaut sein sollte, von der Überschrift bis zum Bewerbungsweg, zeigt der Leitfaden Stellenanzeige schreiben. Die größte Wirkung hat das Video aber dort, wo Fachkräfte es sehen, ohne nach einer Stelle zu suchen: als Anzeige in sozialen Netzwerken. Wie das funktioniert, erklärt der Leitfaden Social Recruiting.

Was ist rechtlich zu beachten? Einwilligung, Musik, Nutzungsrechte

Für ein Recruiting Video brauchst Du die Einwilligung jeder Person, die erkennbar zu sehen ist, und die Rechte an Musik und Film für alle Kanäle, in denen das Video laufen soll. Diese Punkte gelten für Smartphone-Videos genauso wie für eine Filmproduktion. Die Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung; Stand ist Oktober 2026.

Einwilligung der Mitarbeitenden

Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. Für Beschäftigte hat das Bundesarbeitsgericht (Urteil vom 19.02.2015, 8 AZR 1011/13) entschieden, dass die Einwilligung schriftlich erteilt werden muss und freiwillig sein muss: Ob jemand zustimmt oder ablehnt, darf für das Arbeitsverhältnis keine Folgen haben. Eine uneingeschränkt erteilte Einwilligung endet laut dem Urteil nicht automatisch mit dem Arbeitsverhältnis; wer sie danach widerrufen will, muss einen nachvollziehbaren Grund nennen.

Für die Praxis heißt das: Lass jede mitwirkende Person vor dem Dreh unterschreiben, für welche Zwecke und Kanäle der Film genutzt wird (Karriereseite, Anzeigen, YouTube, Messen) und wie lange. Seit 2018 gelten zusätzlich die Regeln der Datenschutz-Grundverordnung; kläre die Formulierung mit Deinem Datenschutzbeauftragten.

Kunden, Passanten und fremde Marken

Kunden in ihrer Wohnung, Patienten oder Passanten brauchen ebenfalls eine Einwilligung, wenn sie erkennbar sind. Am einfachsten drehst Du ohne sie. Fremde Logos auf Fahrzeugen, Geräten oder Kleidung, Kennzeichen und Bildschirme mit Daten gehören aus dem Bild.

Musik und Nutzungsrechte

Musik braucht eine Lizenz, die Werbung und alle geplanten Kanäle abdeckt. Lässt Du drehen, regle im Vertrag, dass Du den Film zeitlich und räumlich unbegrenzt in allen Kanälen nutzen darfst, auch in bezahlten Anzeigen und auf Messen. Fehlt das, darf ein Film, der nur für die Website lizenziert ist, nicht als Anzeige laufen.

Wie misst Du, ob Dein Recruiting Video funktioniert?

Ob ein Recruiting Video funktioniert, zeigt sich an Bewerbungen und Einstellungen, nicht an Aufrufen. Die Kennzahlen der Plattform helfen Dir, schwache Fassungen früh zu erkennen; entscheiden solltest Du nach den letzten beiden Zeilen der Tabelle.

KennzahlWas sie zeigtWas Du tust, wenn sie schwach ist
Anteil der Betrachter nach drei Sekundenob der Einstieg trägtFassung mit anderem ersten Bild testen, Arbeit statt Logo zeigen
Durchschnittliche Wiedergabedauerob der Inhalt hält, was der Einstieg versprichtkürzen, Wiederholungen streichen, früher zur Kernaussage
Klickrateob das Video zum Handeln bringtAufruf am Ende klarer formulieren, Text der Anzeige anpassen
Abschlussrate im Formularob der Bewerbungsweg passtPflichtfelder streichen, Lebenslauf optional machen
Kosten je qualifizierter Bewerbungob die richtigen Menschen kommenZielgruppe und Region prüfen, Stelle im Video konkreter zeigen
Bewerbungen je Einstellungob Video, Rückruf und Gespräch zusammen funktionierenRückrufzeit prüfen, Erwartungen im Video an die Realität anpassen

Zum Vergleich: In den öffentlich dokumentierten Fällen von Candidate Flow® kamen 6,8 Bewerbungen auf eine Einstellung (Ergebnisse). Liegt Dein Verhältnis weit darüber, liegt das selten am Video, häufiger an der Vorauswahl oder an der Zeit bis zum Rückruf. Woran es liegt, wenn trotz Anzeige kaum etwas ankommt, beschreibt der Ratgeber keine Bewerbungen. Was eine Kampagne je Einstellung kostet, rechnet der Ratgeber Social Recruiting Kosten vor.

Selbst drehen oder drehen lassen?

Selbst drehen reicht für kurze Mitarbeiterstimmen und schnelle Tests; für einen Arbeitgeberfilm, der über Jahre auf Karriereseite und YouTube läuft, lohnt sich ein professioneller Dreh. Die Entscheidung hängt weniger am Budget als daran, wie viele Stellen Du besetzen willst und wer im Unternehmen die Zeit für Planung und Schnitt hat.

Selbst drehen
eine Stelle, Test von Botschaften
Freie Filmer
Arbeitgeberfilm ohne Kampagne
Dreh mit Kampagne
mehrere Stellen, wenig eigene Zeit
  • Selbst drehen passt, wenn jemand im Team gern filmt, Du schnell Varianten testen willst und eine einzelne Stelle offen ist. Der typische Fehler: Es bleibt beim Rohmaterial, weil niemand Zeit für den Schnitt findet.
  • Eine Filmproduktion passt, wenn Du einen Film für viele Jahre brauchst und die Ausspielung selbst steuerst. Prüfe vorab, ob die Produktion Recruiting kennt, ob Hochformat-Fassungen und Untertitel enthalten sind und welche Nutzungsrechte Du bekommst.
  • Dreh zusammen mit einer Kampagne passt, wenn der Film schnell bei Fachkräften ankommen soll und Du Rückrufe und Vorauswahl nicht selbst übernehmen willst. Was zu einem solchen Dreh gehört, steht auf der Seite Recruiting Video erstellen lassen.

Wie sieht ein Recruiting Video in der Praxis aus? Fälle mit Zahlen

In der Praxis zeigt ein Recruiting Video seine Wirkung erst zusammen mit einer Kampagne, die es zu Fachkräften in der Region bringt, und einem schnellen Rückruf. Drei Partnerunternehmen, für die wir einen Arbeitgeberfilm gedreht haben, und die Ergebnisse ihrer Kampagnen:

regio building technologies, ein Unternehmen der Gebäudetechnik, zeigt im Film Schaltschrankbau, Gebäudeautomation und Haustechnik beim Kunden; Mitarbeitende erzählen selbst. Die Kampagne brachte 21 qualifizierte Bewerbungen, drei Elektroniker wurden eingestellt. Video und Zahlen zum Fall stehen auf regio: 3 Elektroniker eingestellt.

regio building technologiesGebäudetechnik: 21 qualifizierte Bewerbungen, 3 Elektroniker eingestellt. Video und Zahlen zum Fall
Autohaus GiescheKFZ und Abschleppdienst: 60 qualifizierte Bewerbungen, 4 Abschleppfahrer eingestellt. Video und Zahlen zum Fall
Bremer MaschinenbauMaschinenbau: 8 qualifizierte Bewerbungen, 1 Industrielackierer eingestellt. Video und Zahlen zum Fall

Der Ablauf ist in jeder Kampagne gleich: Candidate Flow® spielt das Video als Anzeige an Fachkräfte im Umkreis aus, führt die Telefonate mit den Bewerbern, prüft Qualifikation, Eignung, Wechselmotivation, Gehaltsvorstellung und Verfügbarkeit und terminiert die Vorstellungsgespräche. Das Unternehmen führt das Gespräch und entscheidet, wen es einstellt. Die erste Einstellung erfolgt im Schnitt nach 23 Tagen.

Candidate Flow® ist das Recruiting-System für den Mittelstand und besetzt Stellen in über 50 Branchen. Welche Positionen wir je Branche besetzen, zeigen etwa die Seiten Fachkräfte im Elektrohandwerk, Fachkräfte in der KFZ-Branche und Fachkräfte im Maschinen- und Anlagenbau.

7 Fehler bei Recruiting Videos

Die häufigsten Fehler bei Recruiting Videos entstehen, wenn das Video aus Sicht des Unternehmens statt aus Sicht der Fachkraft geplant wird.

  1. Mit dem Logo beginnen. Die ersten drei Sekunden zeigen das Firmenschild. Der Monteur, den Du erreichen willst, hat schon weitergewischt.
  2. Schauspieler oder Bilddatenbank. Die Bewerberin kommt zum Gespräch und erkennt niemanden aus dem Video wieder. Das Vertrauen ist weg, bevor das Gespräch beginnt.
  3. Das Unternehmen schöner zeigen, als es ist. Für den Dreh wird die Halle umgeräumt, die alte Maschine bleibt außen vor. Der neue Kollege kündigt in der Probezeit, weil der Alltag anders aussieht.
  4. Ohne Untertitel. Das Video läuft in der Mittagspause ohne Ton. Die Kernaussage des Mitarbeiters kommt bei niemandem an.
  5. Kein nächster Schritt. Der Film endet mit Musik und Logo. Wer Interesse hat, sucht vergeblich nach einem kurzen Weg zur Bewerbung.
  6. Einwilligung vergessen. Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen und verlangt, dass das Video offline geht. Ohne schriftliche Einwilligung steht die ganze Kampagne still.
  7. Nur hochladen, nicht ausspielen. Das Video liegt auf der Karriereseite und auf YouTube, gesehen haben es die eigenen Mitarbeitenden. Fachkräfte, die nicht suchen, erreichst Du nur mit einer Anzeige in ihrer Region.

Fazit

Ein Recruiting Video zeigt echte Mitarbeitende bei echter Arbeit, beginnt mit der Tätigkeit, hat Untertitel und endet mit einem kurzen Weg zur Bewerbung. Vor dem Dreh brauchst Du schriftliche Einwilligungen und Rechte für alle Kanäle, danach mehrere Fassungen für Anzeigen. Gemessen wird an Bewerbungen und Einstellungen, und die kommen erst, wenn das Video gezielt bei Fachkräften in Deiner Region ankommt.

Willst Du das Video nicht selbst drehen?

Wir drehen das Recruiting Video an einem Tag in Deinem Unternehmen, mit Deinem Team, und spielen es auf Wunsch mit dem Candidate Flow® System an Fachkräfte in Deiner Region aus. Mit Kampagne gilt die Einstellungs- und Probezeitgarantie: Einstellung in 30 Tagen, schriftlich garantiert; Umfang und Bedingungen vereinbaren wir individuell und halten sie vor dem Start schriftlich im Vertrag fest. Ob Deine Stelle in Deiner Region besetzbar ist, klärt der kostenlose Kurzcheck.

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Unverbindlich · schriftliche Einstellungs- und Probezeitgarantie · 2-fach TÜV-geprüft

Quellen

Gian-Marco Blum

Über den Autor

Geschäftsführer

Gian-Marco Blum ist Geschäftsführer der Candidate Flow® GmbH in Düsseldorf. Im Blog schreibt er über Recruiting und Fachkräftegewinnung: Social Recruiting, Arbeitgebermarke, Bewerbungsprozesse und das, was die Zusammenarbeit mit über 5.000 Partnerunternehmen gezeigt hat.

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