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Personalvermittlung: Was sie kostet, wie sie arbeitet und wann sich ein Vermittler für Dich lohnt

Die Stelle für den Maurer, die KFZ-Mechatronikerin oder die Steuerfachangestellte ist seit Monaten offen, und im Postfach liegen drei Angebote von Personalvermittlungen mit unterschiedlichen Honoraren und Vertragsklauseln. Ob sich das lohnt, hängt von der Stelle, vom Honorarmodell und vom Kleingedruckten ab.

Dieser Leitfaden erklärt Dir, was Personalvermittlung ist und wie sie sich von Headhunter, Zeitarbeit, Recruiting Agentur und Arbeitsagentur unterscheidet, welche Honorarmodelle am Markt üblich sind und was eine Vermittlung für typische Fachkräfte kostet. Dazu kommen die Rechtslage nach SGB III und AÜG, Zahlen aus der aktuellen Branchenstudie, acht Prüffragen für den Vertrag und Beispiele aus Bau, KFZ, Steuerberatung und Landwirtschaft.

Stand: 5. Oktober 2026 · Zahlen prüfen wir jährlich im Dezember.

Geschäftsführerin begrüßt auf dem Hof eines Bauunternehmens einen neuen Mitarbeiter per Handschlag, daneben eine Kollegin

Kurzfassung

  • Eine Personalvermittlung sucht im Auftrag eines Unternehmens Kandidaten für eine Festanstellung und erhält einmalig ein Honorar. Der neue Mitarbeiter ist ab dem ersten Tag bei Dir angestellt.
  • Das Honorar liegt laut Gesamtverband der Personaldienstleister bei Fachkräften meist zwischen 4.000 und 10.000 Euro, als Prozentsatz bei bis zu einem Viertel des Jahresgehalts und mehr.
  • Abgerechnet wird überwiegend nur bei Erfolg. Laut Barometer Personalvermittlung 2025 arbeitet mehr als die Hälfte der Vermittler mit reinem Provisionsmodell, knapp ein Fünftel mit Anzahlung plus Erfolgsprovision.
  • Rechtlich gilt: Bewerber zahlen höchstens 2.000 Euro und nie im Voraus, Exklusivbindungen an einen Vermittler sind unwirksam, und die Provision darfst Du bei Kündigung nicht vom Mitarbeiter zurückverlangen.
  • Für einzelne Stellen mit aktiv Suchenden passt eine Vermittlung. Für mehrere Fachkräfte und für Menschen, die gerade nicht suchen, ist ein eigener Bewerberfluss in der Region meist schneller und günstiger.

Was ist Personalvermittlung? Definition und Abgrenzung

Personalvermittlung ist eine Dienstleistung, bei der ein Personaldienstleister für ein Unternehmen passende Kandidaten sucht, vorauswählt und vorstellt, damit das Unternehmen sie fest einstellt. Für die erfolgreiche Vermittlung zahlt das Unternehmen ein einmaliges Honorar.

Personalvermittlung, auch Direktvermittlung oder private Arbeitsvermittlung, bezeichnet die Zusammenführung von Arbeitgebern und Arbeitsuchenden durch einen Dritten mit dem Ziel eines Arbeitsvertrags zwischen beiden. Rechtsgrundlage sind die §§ 296 bis 298 SGB III. Der Vermittler ist nach dem Vertragsschluss nicht mehr beteiligt; Arbeitgeber ist allein das Unternehmen, das einstellt.

Im Alltag laufen mehrere Begriffe durcheinander. So grenzt Du sie voneinander ab:

  • Headhunter und Personalberatung: sprechen gezielt Menschen in fester Anstellung an, arbeiten häufig exklusiv und mit Honorar in Raten, vor allem für Führungskräfte. Eine Personalvermittlung arbeitet stärker mit aktiv Suchenden und der eigenen Kartei. Was Headhunting kostet, steht im Ratgeber Headhunter.
  • Zeitarbeit (Arbeitnehmerüberlassung): Der Mitarbeiter bleibt beim Verleiher angestellt und arbeitet gegen Stundensatz bei Dir. Der Verleiher braucht dafür eine Erlaubnis nach dem AÜG. Viele Anbieter machen beides. Regeln und Kosten erklärt der Vergleich Zeitarbeitsfirma Handwerk.
  • Recruiting Agentur: baut über Kampagnen einen eigenen Bewerberfluss für Deine Stellen auf, prüft die Bewerber und übergibt sie zur Festanstellung. Sie greift nicht auf eine fremde Kartei zurück, sondern erreicht Fachkräfte in Deiner Region neu. Mehr dazu auf der Seite Recruiting Agentur.
  • Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit: Die Bundesagentur ist nach § 35 SGB III verpflichtet, Arbeitgebern Vermittlung anzubieten. Für Unternehmen ist das kostenfrei.
  • Personalbeschaffung: der Oberbegriff für alle Wege, mit denen ein Unternehmen Stellen besetzt. Die Vermittlung ist einer davon. Den ganzen Prozess beschreibt der Leitfaden zur Personalbeschaffung.

Wer „Personalvermittlung Bau“, „Personalvermittlung Steuerberater“ oder „Personalvermittlung KFZ“ sucht, meint meist einen Dienstleister, der eine konkrete Fachkraft in Festanstellung bringt, unabhängig vom genauen Geschäftsmodell. Prüf deshalb immer, wie der Anbieter Kandidaten findet und wofür er Geld verlangt.

Wie nutzen Unternehmen Personalvermittlungen? Der Markt in Zahlen

Knapp zwei Drittel der Unternehmen haben laut Barometer Personalvermittlung 2025 schon mit einem Vermittler gearbeitet, doch rund 40 Prozent bewerten die Zusammenarbeit als eher oder sehr schlecht. Die Studie von index Research im Auftrag des Gesamtverbands der Personaldienstleister befragte im Juni und Juli 2025 rund 1.000 Kandidaten, 370 Unternehmen und 354 Vermittler.

Personalvermittlung in Zahlen

63,8 %der Unternehmenhaben aktuell oder früher mit Personalvermittlungen gearbeitet (GVP, Barometer Personalvermittlung 2025)
62,2 %der Positionenbesetzen Vermittler innerhalb von zwei Monaten, 32,9 Prozent dauern länger (GVP, ebd.)
20,1 %der Vermittlererreichen eine Erfolgsquote von 81 bis 100 Prozent ihrer Aufträge (GVP, ebd.)
51,5 %halten sie für zu teuerunter den Unternehmen, die keine Personalvermittlung nutzen (GVP, ebd.)

Die Zahlen aus dem Barometer Personalvermittlung 2025 zeigen drei Dinge. Erstens ist Vermittlung verbreitet: 63,8 Prozent der befragten Unternehmen nutzen sie oder haben sie genutzt, und 72,5 Prozent der Befragten beschäftigen 10 bis 250 Mitarbeiter. Zweitens ist sie kein sicherer Weg: Nur ein Fünftel der Vermittler schließt mehr als 80 Prozent seiner Aufträge erfolgreich ab. Drittens schwankt die Zufriedenheit: Knapp 60 Prozent der Unternehmen bewerten die Zusammenarbeit als sehr gut oder eher gut, rund 40 Prozent als eher oder sehr schlecht.

Wer verzichtet, rekrutiert laut Studie meist selbst (76,1 Prozent) oder arbeitet mit der Bundesagentur für Arbeit (54,5 Prozent). Auf Kandidatenseite steigt die Offenheit: 66,4 Prozent der Befragten würden eine Personalvermittlung nutzen, nach 59,3 Prozent im Jahr 2022. Gleichzeitig bleibt der Bedarf in vielen Fachberufen hoch. Laut Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit kam bei Steuerfachangestellten eine arbeitsuchende Person auf eine gemeldete Stelle. Die Lage im Mittelstand insgesamt beschreibt der Leitfaden Fachkräfte finden im Mittelstand.

Wie arbeitet eine Personalvermittlung? Der Ablauf in 6 Schritten

Eine Personalvermittlung arbeitet in sechs Schritten: Auftrag, Anforderungsprofil, Suche, Vorauswahl, Vorstellung und Vertragsschluss beim Unternehmen. Laut Barometer 2025 dauert das bei den meisten Positionen ein bis zwei Monate.

  1. Auftrag und Vertrag: Du beauftragst den Vermittler schriftlich. Der Vertrag regelt Honorar, Fälligkeit, Laufzeit, Kandidatenschutz und was gilt, wenn der neue Mitarbeiter in der Probezeit geht.
  2. Anforderungsprofil: Aufgaben, Muss- und Kann-Kriterien, Gehaltsrahmen, Arbeitszeit, Einsatzort, Führerschein, Reisebereitschaft. Je genauer das Profil, desto weniger unpassende Vorschläge.
  3. Suche: Der Vermittler durchsucht seine Kartei, schaltet Anzeigen, nutzt Jobbörsen und Netzwerke. Laut Barometer 2025 sprachen Vermittler Kandidaten am häufigsten über ein Karrierenetzwerk an (40,4 Prozent), knapp gefolgt von Facebook und Instagram (39,5 Prozent).
  4. Vorauswahl: Telefonate oder Interviews, Prüfung von Qualifikation, Wechselmotivation, Gehaltsvorstellung und Kündigungsfrist, dazu Unterlagen und Referenzen.
  5. Vorstellung: Du erhältst Profile, meist anonymisiert bis zur Freigabe, und führst die Vorstellungsgespräche. Die Entscheidung triffst Du.
  6. Vertragsschluss und Rechnung: Unterschreibt der Kandidat bei Dir, wird das Honorar fällig, ganz oder in Raten. Bei manchen Verträgen hängt ein Teil davon ab, dass der Mitarbeiter die Probezeit übersteht.

Schritt 3 entscheidet über den Erfolg. Ein Vermittler, der nur in der eigenen Kartei sucht, bietet dieselben Kandidaten oft mehreren Kunden an. Laut Barometer 2025 schlägt ein Viertel der Vermittler weniger als 10 Prozent der neuen Kandidaten aktiv Kunden vor. Wie Du die Schritte 4 bis 6 im eigenen Haus schnell machst, erklärt der Leitfaden zum Recruiting-Prozess.

Was kostet eine Personalvermittlung?

Eine Personalvermittlung kostet bei Fachkräften laut Gesamtverband der Personaldienstleister meist 4.000 bis 10.000 Euro je Einstellung; wer prozentual abrechnet, verlangt bei Führungskräften 25 bis 40 Prozent des Jahresbruttogehalts. Die genaue Summe hängt vom Honorarmodell und von der Bezugsgröße ab.

Die Honorarmodelle

Erfolgsprovision
Zahlung nur bei Vertragsschluss
Hybrid
Anzahlung plus Erfolgsanteil
Retainer
Raten ab Auftrag
Übernahme
Provision nach Zeitarbeit
  • Reine Erfolgsprovision: Du zahlst nur, wenn ein vorgestellter Kandidat bei Dir unterschreibt. Laut Barometer Personalvermittlung 2025 arbeitet mehr als die Hälfte der Vermittler so. Die Studie weist selbst darauf hin, dass rein erfolgsbasierte Aufträge oft mit geringerer Intensität bearbeitet werden, was zu längeren Besetzungszeiten führt.
  • Hybridmodell: eine Anzahlung zum Start, der Rest bei Einstellung. 19,8 Prozent der Vermittler nutzen es laut Barometer 2025, aber nur 6,9 Prozent der Unternehmen. Die Anzahlung liegt laut Studie häufig zwischen 10 und 30 Prozent des vereinbarten Honorars.
  • Retainer oder Drittel-Regelung: Raten bei Auftrag, Vorstellung und Vertragsschluss, typisch für Personalberatung. Laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen lag das durchschnittliche Honorar der Personalberatungen 2024 bei 27,5 Prozent des Zieleinkommens.
  • Übernahme aus Zeitarbeit: Übernimmst Du einen Leiharbeiter, darf der Verleiher nach § 9 Absatz 1 Nummer 3 AÜG eine angemessene Vermittlungsvergütung verlangen. Der Gesamtverband der Personaldienstleister empfiehlt, nicht mehr als zwei Bruttomonatsgehälter als maximale Provision zu vereinbaren.

Die Werte des Gesamtverbands stammen aus einem Beitrag vom April 2022 und sind dort ausdrücklich als vage Richtwerte bezeichnet. Frag deshalb bei jedem Angebot nach der Bezugsgröße: Fixgehalt, Jahresbrutto mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Zieleinkommen mit Bonus und Dienstwagen.

Rechenbeispiele nach Beruf

Die Tabelle rechnet drei Modelle auf das Mediangehalt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag 31.12.2025, Vollzeit, brutto im Monat, Jahresbasis × 12 ohne Sonderzahlungen): zwei Bruttomonatsgehälter wie bei einer Übernahme, die Pauschalspanne des Gesamtverbands und 27,5 Prozent wie in der Personalberatung.

PositionMedian im MonatZwei MonatsgehälterPauschale Fachkräfte27,5 % der JahresbasisVakanzzeit (Median)
Maurer3.894 €7.788 €4.000 bis 10.000 €rund 12.900 €103 Tage
KFZ-Mechatroniker3.755 €7.510 €4.000 bis 10.000 €rund 12.400 €118 Tage
KFZ-Meister, Serviceberater4.611 €9.222 €4.000 bis 10.000 €rund 15.200 €94 Tage
Steuerfachangestellte3.654 €7.308 €4.000 bis 10.000 €rund 12.100 €118 Tage
Landwirte2.917 €5.834 €4.000 bis 10.000 €rund 9.600 €81 Tage
Tierwirte und Melker2.710 €5.420 €4.000 bis 10.000 €rund 8.900 €110 Tage

Quelle der Gehälter und Vakanzzeiten: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025 und Entgeltatlas. Rechenweg: Median × 2 und Median × 12 × 0,275. Für drei Maurer summiert sich ein Prozenthonorar auf rund 38.500 Euro, eine Pauschale am oberen Rand auf 30.000 Euro. Das Honorar fällt bei jeder weiteren Stelle neu an.

Was die offene Stelle kostet

Die Vakanz kostet oft mehr als das Honorar. Rechne: abrechenbare Stunden je Woche × Verrechnungssatz × Wochen ohne Besetzung, abzüglich des eingesparten Lohns. Beim KFZ-Mechatroniker bleibt eine gemeldete Stelle laut Engpassanalyse im Median 118 Tage offen, knapp 17 Wochen. Bei 30 abrechenbaren Werkstattstunden je Woche fehlen Dir rund 500 Stunden. Eine Vermittlung lohnt sich, wenn sie diese Zeit verkürzt, nicht nur, wenn sie am Ende jemanden findet.

Was ist bei Personalvermittlung rechtlich erlaubt?

Private Personalvermittlung braucht in Deutschland nur eine Gewerbeanmeldung; Bewerber zahlen höchstens 2.000 Euro und nie im Voraus, Exklusivklauseln zugunsten eines Vermittlers sind unwirksam, und die Provision bleibt Kostenrisiko des Arbeitgebers.

  • Zulassung: Laut Gesamtverband der Personaldienstleister wurde die private Arbeitsvermittlung seit 1994 schrittweise dereguliert; nötig ist nur eine Gewerbeanmeldung. Eine besondere Erlaubnis wie für Zeitarbeit gibt es nicht. Die Qualität der Anbieter schwankt entsprechend.
  • Vergütung durch Bewerber: Nach § 296 SGB III braucht ein Vermittlungsvertrag mit Arbeitsuchenden die Schriftform, die Vergütung ist nur fällig, wenn durch die Vermittlung ein Arbeitsvertrag zustande kommt, und sie darf 2.000 Euro einschließlich Umsatzsteuer nicht übersteigen. Vorschüsse darf der Vermittler weder verlangen noch annehmen. Für geringfügige Beschäftigung ist die Vermittlung für Arbeitsuchende kostenfrei.
  • Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS): Arbeitsuchende können von der Agentur für Arbeit einen Gutschein erhalten. Nach § 45 Absatz 6 SGB III zahlt die Agentur dem Vermittler bei erfolgreicher Vermittlung in versicherungspflichtige Beschäftigung 2.500 Euro, bei Langzeitarbeitslosen bis zu 3.000 Euro, in zwei Raten nach sechs Wochen und nach sechs Monaten Beschäftigung. Der Gutschein gilt für Arbeitsuchende, nicht für Unternehmen.
  • Keine Exklusivbindung: Nach § 297 Nummer 4 SGB III sind Vereinbarungen unwirksam, die sicherstellen sollen, dass ein Arbeitgeber sich ausschließlich eines bestimmten Vermittlers bedient. Du darfst also parallel andere Wege nutzen.
  • Keine Rückforderung beim Mitarbeiter: Das Bundesarbeitsgericht hat am 20. Juni 2023 entschieden (1 AZR 265/22, Pressemitteilung 29/23), dass eine Klausel im Arbeitsvertrag unwirksam ist, nach der der Mitarbeiter die Vermittlungsprovision erstatten muss, wenn er vor einem Stichtag kündigt. Das Kostenrisiko der Personalbeschaffung trägt der Arbeitgeber.
  • Übernahme von Leiharbeitern: Ein Verbot, Leiharbeiter nach Ende der Überlassung einzustellen, ist nach § 9 AÜG unwirksam. Eine angemessene Vermittlungsvergütung an den Verleiher bleibt zulässig.
  • Gleichbehandlung und Datenschutz: Auch ein beauftragter Vermittler muss das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz beachten. Formuliere das Profil nach Aufgaben und Qualifikation, nicht nach Alter oder Herkunft, und frag, wie der Vermittler Bewerberdaten speichert und wann er sie löscht.

Wann lohnt sich eine Personalvermittlung, und wann nicht?

Eine Personalvermittlung lohnt sich für einzelne Stellen, bei denen es aktiv suchende Kandidaten gibt und Du keine Zeit für Anzeigen und Vorauswahl hast. Für mehrere Fachkräfte in Engpassberufen ist sie selten der schnellste und günstigste Weg.

Eine Personalvermittlung passt, wenn …

  • Du eine einzelne Stelle besetzen willst und das Honorar im Verhältnis zum Gehalt steht;
  • der Vermittler nachweislich in Deiner Branche und Region vermittelt und Kandidaten in seiner Kartei hat, die zu Deinem Profil passen;
  • die Stelle diskret besetzt werden soll und Du nicht selbst inserieren willst;
  • Du einen bewährten Leiharbeiter übernehmen willst und die Provision fair geregelt ist;
  • Dir intern niemand Zeit für Vorauswahl und Rückrufe geben kann.

Eine Personalvermittlung passt selten, wenn …

  • Du mehrere Gesellen, Mechatroniker oder Fachangestellte brauchst. Das Honorar fällt je Kopf an.
  • es in Deinem Beruf kaum Arbeitsuchende gibt. Bei Steuerfachangestellten kam laut Engpassanalyse 2025 eine arbeitsuchende Person auf eine Stelle. Die Kartei eines Vermittlers ist dann schnell leer.
  • die passenden Fachkräfte fest angestellt sind und nicht aktiv suchen. Diese Menschen stehen in keiner Kartei und erreichst Du nur mit einer Ansprache, die sie dort trifft, wo sie ohnehin sind.
  • der Anbieter dieselben Profile parallel an Deine Wettbewerber schickt. Dann konkurrierst Du um denselben Kandidaten und zahlst trotzdem das volle Honorar.

Für die Breite der Fachkräfte ist ein eigener Bewerberfluss sinnvoller: Kampagnen, die Menschen mit passendem Beruf im Umkreis ihres Wohnorts erreichen, ein kurzes Formular am Handy, Rückruf am selben Tag. Wie Du das aufbaust, steht im Leitfaden Social Recruiting. Einen Überblick über alle Wege gibt Mitarbeiter finden.

Personalvermittlung nach Branche: Bau, KFZ, Steuerberatung, Landwirtschaft

Die Frage nach einer Personalvermittlung stellt sich je Branche anders: Am Bau fehlen viele Facharbeiter zugleich, in der Kanzlei wenige Spezialisten, in der Werkstatt Mechatroniker mit Diagnosewissen, in der Landwirtschaft Menschen, die Tierhaltung und Schichtdienst mittragen.

Personalvermittlung im Baugewerbe

Maurer sind laut Engpassanalyse 2025 „unter Beobachtung“ eingestuft, eine gemeldete Stelle blieb im Median 103 Tage offen, bei Beton- und Stahlbetonbauern 141 Tage. Bauunternehmen suchen meist mehrere Facharbeiter auf einmal, oft für dieselbe Saison. Eine Vermittlung je Kopf wird dann teuer. Im Bauhauptgewerbe ist auch Zeitarbeit für gewerbliche Arbeiten weitgehend ausgeschlossen, das erklärt der Ratgeber zur Zeitarbeit. Wie Bauunternehmen Facharbeiter selbst erreichen, steht in Fachkräfte im Baugewerbe finden und auf der Seite Fachkräfte im Baugewerbe.

Personalvermittlung für KFZ-Werkstätten und Autohäuser

KFZ-Mechatroniker sind ein Engpassberuf: 1,6 Arbeitsuchende kamen 2025 auf eine Stelle, die Vakanzzeit lag im Median bei 118 Tagen (Engpassanalyse 2025). Für Serviceberater und Werkstattleitung, wo der Kreis kleiner ist, kann eine Vermittlung sinnvoll sein. Für Mechatroniker in der Fläche zählt die Nähe zum Wohnort mehr als jede Kartei. Mehr dazu in KFZ-Mechatroniker finden und auf der Seite Fachkräfte für KFZ und Autohäuser.

Personalvermittlung für Steuerberater

In der Steuerberatung blieb eine Stelle für Steuerfachangestellte laut Engpassanalyse 2025 im Median 118 Tage offen, für Steuerfachwirte und Bilanzbuchhalter 142 Tage. Bei einer arbeitsuchenden Person je Stelle sind die meisten Kandidaten fest angestellt. Kanzleien nutzen Vermittler und Personalberater vor allem für Berufsträger und Nachfolge. Für Steuerfachangestellte erreicht eine regionale Kampagne mehr Menschen, die wechseln würden, aber nicht aktiv suchen. Siehe Fachkräfte in der Steuerberatung.

Personalvermittlung in der Landwirtschaft

Landwirte und Tierwirte sind laut Engpassanalyse 2025 Engpassberufe, mit 81 und 110 Tagen Vakanzzeit. Die Gehälter liegen niedriger als im Handwerk, ein Prozenthonorar fällt deshalb kleiner aus, belastet einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb aber spürbar. Entscheidend ist die Nähe zum Hof und die Bereitschaft für Melkzeiten und Wochenenddienst. Mehr in Mitarbeiter finden in der Landwirtschaft und auf der Seite Fachkräfte in der Landwirtschaft.

Personalvermittlung im Handwerk

Im Handwerk fehlen in vielen Gewerken gleichzeitig Gesellen und Meister. Worauf Du bei Vermittlern für Gewerke achten solltest, zeigen die Beiträge Personalvermittlung im Handwerk und Personalvermittlung im Metallbau. Die Wege ohne Vermittler beschreibt der Leitfaden Mitarbeiter im Handwerk finden, die Kanäle im Überblick der Beitrag Recruiting im Handwerk.

Wie finde ich eine gute Personalvermittlung? 8 Prüffragen

Eine gute Personalvermittlung erkennst Du an Branchenkenntnis, einer nachvollziehbaren Suchmethode, Referenzen für vergleichbare Stellen und einem Vertrag, der Honorar, Bezugsgröße und Probezeit eindeutig regelt.

  • Branche und Region: Welche drei vergleichbaren Stellen hat der Anbieter im letzten Jahr besetzt, in welcher Region?
  • Suchmethode: Kartei, Anzeigen, Direktansprache oder Kampagnen? Wie erreicht er Fachkräfte, die nicht aktiv suchen und kein Netzwerkprofil haben?
  • Exklusivität der Kandidaten: Stellt er dieselben Profile parallel anderen Kunden vor?
  • Bezugsgröße: Pauschale oder Prozent, und Prozent wovon? Fixgehalt, Jahresbrutto mit Sonderzahlungen, Zieleinkommen mit Dienstwagen?
  • Fälligkeit: Wann ist das Honorar fällig, bei Unterschrift, bei Arbeitsantritt oder in Raten? Was gilt bei einer Anzahlung, wenn niemand eingestellt wird?
  • Kandidatenschutz: Wie lange musst Du zahlen, wenn Du einen vorgestellten Kandidaten später selbst einstellst?
  • Probezeit: Was gilt schriftlich, wenn der neue Mitarbeiter in den ersten Monaten geht?
  • Zeitplan und Bericht: Wann siehst Du die ersten Profile, und wie oft meldet sich der Anbieter?

Laut Barometer 2025 legen 63,9 Prozent der befragten Unternehmen Wert auf die Qualitätsstandards des Verbands, 87,7 Prozent auf geringe Rekrutierungskosten. Gibt ein Anbieter auf die acht Fragen keine konkrete Antwort, such weiter. Wie Du einschätzt, ob Deine Stelle überhaupt mit vertretbarem Aufwand besetzbar ist, erklärt der Ratgeber zur Besetzbarkeit.

Personalvermittlung, Headhunter, Zeitarbeit, Arbeitsagentur und Recruiting Agentur im Vergleich

Im Vergleich ist die Personalvermittlung ein mittlerer Weg: günstiger als Headhunting, teurer als die kostenfreie Arbeitsagentur, mit Festanstellung ab dem ersten Tag, aber begrenzt auf Kandidaten, die der Vermittler bereits kennt oder über Anzeigen erreicht.

WegWen Du erreichstAbrechnungBis zu ersten KandidatenAnstellungPasst für
PersonalvermittlungKartei und Anzeigen des Vermittlers, meist aktiv SuchendePauschale oder Prozent, überwiegend bei ErfolgTage bis WochenFestanstellung bei DirEinzelstellen mit verfügbaren Kandidaten
Headhuntereinzelne Personen bei Wettbewerbern, per DirektanspracheProzent des Zieleinkommens, oft Raten ab AuftragWochenFestanstellung bei DirFührungskräfte, seltene Spezialisten
ZeitarbeitPool des VerleihersStundensatz über dem LohnTagebeim VerleiherProjekte, Spitzen, Ausfälle
Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeitarbeitsuchend gemeldete MenschenkostenfreiTage bis WochenFestanstellung bei DirHelfer, Ausbildung, Ergänzung
Recruiting Agentur mit KampagnenFachkräfte im Umkreis, auch ohne aktive Suchefester Preis je AuftragTageFestanstellung bei Dirmehrere Fachkräfte, laufender Bedarf
Eigene Stellenanzeigeaktiv Suchendeje Anzeige oder KlickWochen, oft ohne TrefferFestanstellung bei DirErgänzung

Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur ist über 146 Agenturen vor Ort erreichbar und schreibt auf seiner Seite für Unternehmen ausdrücklich, dass der Service kostenfrei ist. Melde jede Stelle dort, auch wenn Du andere Wege nutzt. Wer Social Recruiting nicht selbst betreiben will, gibt es an eine Social Recruiting Agentur ab. Wie Budgets dort zustande kommen, erklärt Was kostet Social Recruiting.

Beispiele aus der Praxis: Fachkräfte ohne Vermittlungsprovision

Fachkräfte in Bau, KFZ, Steuerberatung und Landwirtschaft lassen sich über regionale Kampagnen fest einstellen, wenn jede Bewerbung schnell telefonisch geprüft wird. Die WeschBau GmbH hat über Candidate Flow® 32 Bewerbungen erhalten und 6 Fachkräfte im Baugewerbe eingestellt. Zum Fall: WeschBau GmbH: 6 Fachkräfte im Baugewerbe eingestellt.

Gebr. Silbe GmbH & Co. KG20 Bewerbungen, 5 Facharbeiter im Tief- und Straßenbau eingestellt. Ergebnis
Solaris Deutschland GmbH13 Bewerbungen, 4 KFZ/NFZ-Mechatroniker eingestellt. Ergebnis
Achterkamp GmbH & Co. KG12 Bewerbungen, 3 NFZ-Mechatroniker eingestellt. Ergebnis
Die-Treu Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH11 Bewerbungen, 2 Steuerfachangestellte eingestellt. Ergebnis
Herdenglück Vruggink70 Bewerbungen, 10 Agraringenieure, Melker und Treiber eingestellt. Ergebnis
BeSt GmbH16 Bewerbungen, 3 Landwirte eingestellt. Ergebnis

Der Ablauf ist in jeder Kampagne gleich: Candidate Flow® schaltet die Kampagnen, führt die Telefonate mit den Bewerbern, prüft Qualifikation, Eignung, Wechselmotivation, Gehaltsvorstellung und Verfügbarkeit und terminiert die Vorstellungsgespräche. Das Unternehmen führt das Gespräch und entscheidet. Die erste Einstellung erfolgt im Schnitt nach 23 Tagen, in den öffentlich dokumentierten Fällen kamen 6,8 Bewerbungen auf eine Einstellung (Ergebnisse). Wie Pool, KI, Experts und Cockpit zusammenspielen, zeigt die Seite zum System.

Candidate Flow® ist das Recruiting-System für den Mittelstand und besetzt Stellen in über 50 Branchen. Im Candidate Flow® Pool stehen über 210.000 Kandidaten, über 5.000 Unternehmen haben mit uns mehr als 19.000 Einstellungen erreicht.

5 Fehler bei der Zusammenarbeit mit einer Personalvermittlung

Die häufigsten Fehler sind ein Vertrag ohne klare Bezugsgröße, ein unscharfes Profil, langsame Rückmeldungen, mehrere Vermittler ohne Absprache zum Kandidatenschutz und die Vermittlung als einziger Weg.

  1. Bezugsgröße offen gelassen. Ein Prozenthonorar „vom Jahresgehalt“ kann Weihnachtsgeld, Zulagen und Dienstwagen einschließen. Die Rechnung fällt höher aus als geplant.
  2. Profil ohne Gehaltsrahmen. Der Vermittler stellt Kandidaten vor, die im zweiten Gespräch am Gehalt scheitern. Zwei Wochen sind verloren, die Stelle bleibt offen.
  3. Rückmeldung nach einer Woche. Aktiv Suchende haben mehrere Eisen im Feuer. Wer auf ein Profil nicht innerhalb von zwei Tagen reagiert, liest kurz darauf die Absage, weil der Kandidat anderswo unterschrieben hat.
  4. Drei Vermittler ohne Kandidatenschutzregel. Zwei Anbieter schicken dasselbe Profil, beide verlangen das Honorar. Ohne klare Regel zur ersten Vorstellung folgt ein Streit statt einer Einstellung.
  5. Nur ein Weg. Während der Vermittler in seiner Kartei sucht, bleiben Stellenmeldung bei der Arbeitsagentur, Mitarbeiterempfehlung und eigene Kampagnen ungenutzt. Diese Wege laufen parallel, das Gesetz verbietet eine Exklusivbindung ohnehin.

Fazit

Personalvermittlung ist die Suche und Vorauswahl von Kandidaten für eine Festanstellung durch einen Dienstleister, der bei Fachkräften laut Gesamtverband der Personaldienstleister meist 4.000 bis 10.000 Euro je Einstellung verlangt, prozentual auch deutlich mehr. Sie passt für einzelne Stellen mit verfügbaren Kandidaten und für die faire Übernahme von Leiharbeitern, weniger für mehrere Fachkräfte in Engpassberufen. Für diese Stellen bringt ein eigener Bewerberfluss in der Region schneller Kandidaten, wenn Rückruf und Gespräch zügig folgen.

Verwandte Themen: Headhunter, Zeitarbeitsfirma Handwerk und Stellenanzeigen schreiben.

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Das Candidate Flow® System übernimmt Kampagnen, Telefonate und Terminierung bis zum Vorstellungsgespräch, mit Einstellungs- und Probezeitgarantie: Einstellung in 30 Tagen, schriftlich garantiert, Umfang und Bedingungen vereinbaren wir individuell und halten sie vor dem Start schriftlich im Vertrag fest. Ob Deine Stelle in Deiner Region besetzbar ist, klärt der kostenlose Kurzcheck.

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Quellen

Gian-Marco Blum

Über den Autor

Geschäftsführer

Gian-Marco Blum ist Geschäftsführer der Candidate Flow® GmbH in Düsseldorf. Im Blog schreibt er über Recruiting und Fachkräftegewinnung: Social Recruiting, Arbeitgebermarke, Bewerbungsprozesse und das, was sich aus über 5.000 Partnerunternehmen gelernt hat.

Häufige Fragen.

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